Der G20 auf den Grund gehen

Anzeige
In den Hamburger Messehallen findet im Juli das G20-Gipfeltreffen statt Foto: Hamburg Messe und Congress / Solcher
 
Für mehr Wissen und Mitgestaltung steht das Projekt „Global Classroom“, das Dr. Wolf Prieß von der Joachim Herz Stiftung mit verantwortet Foto: Krause

Joachim Herz Stiftung hat einen Global Classroom eingerichtet. Anmeldungen möglich

Hamburg Wie hoch mag der Prozentsatz der Bundesbürger sein, die auch nur die Hälfte der G20 Staaten aufzählen können? Soviel sei verraten: mit 1.371 Millionen Einwohnern ist die Volksrepublik China (Zahlen 2015) das bevölkerungsreichste G20 Land. Australien, mit lediglich 23,78 Millionen Einwohner das Land in der Runde, mit den wenigsten Einwohnern. Die in der G20 direkt oder indirekt vertretenen Staaten erwirtschaften rund 90 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) und bestreiten 80 Prozent des Welthandels. Aber – etwa 33 Prozent der Weltbevölkerung ist nicht in der G20 vertreten. Die G20 behandelt Wirtschafts- und Finanzfragen. Das letzte Treffen der Regierungschefs hat 2016 in Hangzhou, in der Volksrepublik China stattgefunden. Vom 7. bis zum 8. Juli ist Hamburg Gastgeber für die G20 Regierungschefs und der EU mit ihren Delegationen. Das Treffen wirft schon Monate davor Schatten voraus.

Gegen-Gipfel von Attac

Denn das globalisierungskritische Netzwerk „Attac“ (Vereinigung zur Besteuerung von Finanztransaktionen im Interesse der BürgerInnen) will zeitgleich auf Kampnagel einen „Gipfel für globale Solidarität“ veranstalten, zu dem 65 Organisationen und Initiativen erwartet werden. Im Visier vieler Gruppen, die den Zielen der G20 skeptisch gegenüberstehen, sind die aus ihrer Sicht neoliberalen Globalisierungsbestrebungen der Runde, verbunden mit ungehemmter Ressourcenausbeutung. Wenn das zutrifft, kann das besonders junge Menschen nicht gleichgültig lassen. Für deren Information haben das Bundesministerium der Finanzen und die Joachim Herz Stiftung das Projekt „Global Classroom“ entwickelt.

Schüler aus 20 Staaten

Die Idee: Schüler aus den G20-Mitgliedsstaaten arbeiten in den nächsten Wochen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzfragen wie diesen: „Wie lässt sich die Widerstandskraft der G20-Ökonomien stärken?“, „Wie kann eine faire Steuerpolitik aussehen?“ oder „Wie lassen sich die Chancen der Digitalisierung für Volkswirtschaften nutzen und wie lassen sich zugleich ihre Risiken abschwächen?“ Die in Langenhorn ansässige Stiftung hat für den „Global Classroom“ in Zusammenarbeit mit Lehrkräften aus der ökonomischen Bildung Unterrichtsmaterialen erarbeitet. Die wurde am 17. März auf dem Treffen der G20-Finanzminister in Baden-Baden vorgestellt. Seit dem 20. März arbeiten die teilnehmenden Schulen, verbunden über eine Online-Plattform, damit. „Noch können weitere Schulen mit Schülern der Klassenstufen 10 bis 13 mitmachen“, so Dr. Wolf Prieß, Bereichsleiter Programmbereich Wirtschaft der Stiftung. „Bisher nehmen insgesamt 80 Schulen aus 19 Ländern teil.

19 Schulen aus Deutschland

Darunter sind 19 Schulen aus Deutschland. Aus jedem Land wird eine Gewinner-Klasse ermittelt und je ein bis zwei Schüler aus der Klasse dürfen zu dem G20-Gipfeltreffen nach Hamburg reisen. Sie können sich dort mit Entscheidern aus der Politik austauschen und so die Interessen ihrer Generation vertreten.“ Was die Teilnehmerländer am Wettbewerb anbelangt, setzt die Stiftung die Grenzen nicht eng. „Entscheidend ist die Qualität des Beitrags“ findet Prieß, für den der Austausch der Schüler untereinander ein ganz wichtiger Aspekt des Projektes „Global Classroom“ ist. (fjk)

Weitere Informationen und Registrierung unter: Glob­al Class­room
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige