Die Eurokritiker der AfD: ein Phänomen - auch in Hamburg

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Unterschriftensammeln vor der Wahl
 
August 2013

AfD: geliebt und gehaßt

Die Alternative für Deutschland ist ein ungewöhnliches Phänomen. Nicht, dass die Gründung einer neuen Partei per se etwas so ungewöhnliches wäre, das geschieht - gerade in Hamburg - öfter. Ungewöhnlich ist allerdings der Elan und die Energie, mit welcher diese Neugründung aus sich selbst, also von den Unterstützern, Mitgliedern und auch den Wählern voran getrieben wird. Wer hinter das Geheimnis dieses Erfolges kommen möchte, der muss nach genau dieser Ursache fragen

geliebt und gehasst


Die AfD scheint für viele Aktive schon jetzt weit mehr als eine bloße Partei zu sein. Viele Unterstützer kommen aus anderen Parteien und geben an, in der AfD so etwas wie eine neue politische Familie gefunden zu haben.

Böse Zungen sprechen von einer Art Ersatzreligion, deren Mitglieder sich schon beinahe fanatisch für die gemeinsamen Ziele einsetzen, sei es mit Spenden, Zeit oder mit Engagement. Aber genau hier liegt ein wesentlicher Schlüssel des Erfolges:

EMOTION


Die AfD hat es in erstaunlich kurzer Zeit geschafft, Ihren Mitgliedern und Wählern mehr zu geben als bloß ein Programm oder politische Inhalte. Sie hat es geschafft, sich als MARKE zu etablieren, besser noch als EMOTIONALE Marke.

Wenn erst einmal eine solche Bindung besteht, ist man bereit, weit mehr zu geben und zu investieren, als man es unter normalen Umständen tun würde. Emotion ist der Schlüssel einer jeden erfolgreichen Marke – egal ob es sich um ein Auto, Musik oder einen Turnschuh handelt.

Wer die Emotionen seiner „Kunden“ auf seiner Seite hat, macht sich unangreifbar und vereint seine Anhänger unter einem gemeinsamen „WIR“. Das ist aber noch längst nicht alles – ein anderer wesentlicher Erfolgsfaktor ist:

WIDERSTAND


Auch hier gibt es erstaunliche Beobachtungen. Die AfD ist seid Gründung (mal mehr mal weniger berechtigt) unterschiedlichsten Anfeindungen ausgesetzt, sowohl vom politischen Mainstream, den Medien oder den Aktivisten der ANTIFA.

Eben dieser Umstand führt in Kombination mit der vorher geschilderten Emotion zu einem erstaunlichen Ergebnis, dass die AfD von anderen Parteien unterscheidet. Sie wächst durch Widerstand und durch starken Widerstand sogar noch stärker.

Eine unangenehme Zwickmühle, gerade für die zahlreichen Gegner der jungen Partei.

Lässt man die AfD gewähren und versucht, sie zu ignorieren, so geht Sie einfach stur Ihren Weg, organisiert sich, schafft Infrastruktur und wächst. So hat jüngst die CDU mit ihrer angeordneten NICHTBEACHTUNG lediglich das Wachstum der AfD verlangsamt, es aber nicht stoppen können. Man hatte wohl gehofft, das „Problem“ würde alleine verschwinden, wenn man nur die Augen kurz schließt.

Greift man die AfD (als Organisation oder auch deren Mitglieder/Wahlkämpfer) aber direkt an, so solidarisieren sich die Mitglieder und Wähler untereinander nach dem Motto: Jetzt erst Recht.

Dies führt teilweise zu skurrilen Motivationsschüben, da werden z.B. abgehängte oder mutwillig beschädigte Plakate bis zu 5 Mal neu aufgehängt, als sei es ein Wettbewerb, wer in diesem Duell die Nase vorne behält. So ist der AfD also auch nicht beizukommen.

Auch die oft und gerne verwendete Verortung der AfD und Ihrer Unterstützer als "RECHTS" verfehlt hier offenkundig als Instrument zur Diffamierung Ihre sonst absolut zerstörerische Wirkung, ja beschleunigt sogar das Wachstum noch.

Das mag daran liegen, dass große Teile der aktiven AfDler oder auch viele Wähler in der Tat, so wie es auch oft behauptet wird, aus dem gutbürgerlichem Milieu kommen und es somit einfach unglaubwürdig ist, diese Menschen, die sich der AfD Bewegung anschließen, per se als RECHTE abzustempeln. Ein anderer Grund ist sicherlich, daß sich immer mehr ehemalige CDU- und FDP-Wähler von ihren Parteien nicht mehr vertreten fühlen. Aber das erklärt nicht die Wählerwanderung von den LINKEN und den GRÜNEN zur AfD.

Bislang hat keine Strategie wirklich effektiv gegen die neue Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft gewirkt. Wenn die die AfD also einen Gegner wirklich zu fürchten hat, dann ist es die AfD selbst, denn spätestens, wenn die AfD ebenfalls eine „etablierte Altpartei“ geworden ist, sollte man sich ernsthaft Sorgen machen.

Man darf gespannt sein, wie sich die 16 neuen Abgeordneten in allen 7 Hamburger Bezirksversammlungen "schlagen" werden.
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