Die große Hilfe

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Die große Hilfsbereitschaft soll auch ankommen: Pastor Joachim Tröstler (r.) moderierte den Runden Tisch Foto: Haas
 
„Refugees welcome – Flüchtlinge willkommen“ steht auf dem Shirt von Martin Rittmeier. „Alles wird gut“, glauben Klaus Lunke (l.) und Harald Schtrum Foto: Haas

Wie Langenhorner die Flüchtlinge am Grellkamp unterstützen wollen

Langenhorn Im Eingang lagen schon Kleiderspenden, Jacken, Hosen und Pullis, säckeweise sortiert nach Größen. Gut 150 hilfsbereite Langenhorner füllten den Saal im Ansgar-Gemeindehaus und verbreiteten eine fröhliche Stimmung. Zum ersten Mal tagte am vergangenen Dienstag der Runde Tisch als Forum zur Unterstützung der Flüchtlinge in der Erstaufnahme am Grellkamp. Geduldig beantwortete Einrichtungsleiterin Juliane Kliefoth die zahlreichen Fragen zu einem sinnvollen ehrenamtlichen Engagement für ihre Schützlinge. Pastor Joachim Tröstler und Nico Schröder vom Sozialraummanagement im Bezirksamt Nord moderierten und zeigte sich begeistert von so viel Engagement.

Gesucht: warme Kleider und Hygieneartikel


Am dringlichsten brauchen viele Neuankömmlinge warme Kleidung. „Sie kommen aus Gegenden, in denen die Temperaturen nie unter 15 Grad sinken“, erklärte Pastor Tröstler. Aktuell trügen sie nur T-Shirts, Hosen und Flipflops. Besonders mangele es an Herrenkleidung in schlanken Größen, ebenso an Socken, Schuhen und Sportschuhen bis Größe 43. Auch Hygieneartikel seien sehr gefragt, und robustes Spielzeug für Kinder ebenfalls.

Spenden in Budni-Filialen möglich


Deswegen stehen in den Budni-Filialen schon Kartons für Spenden bereit: Shampoo, Rasierer, Monatshygiene für Frauen und Handtücher würden dringend gebraucht, weiß Juliane Klieforth. „In der Erstausstattung bekommt jeder nur ein Handtuch.“ Wer sich nicht verständigen kann, ist aufgeschmissen. Eine große Unterstützung sind deshalb Deutschkurse. Zahlreiche Freiwillige fanden sich zu einer Gruppe bereit, die Sprachkenntnisse vermitteln will. Unter großem Beifall berichtete Anwohnerin Karin Witte von ihren freundschaftlichen Begegnungen mit syrischen Flüchtlingen. Derzeit hält sie Verbindung mit ihren neuen „Patensöhnen“: in Englisch auf WhatsApp. Der Verlag Langenscheid stelle zudem kostenlos Arabisch-Deutsch-Lektionen online zur Verfügung, weiß eine andere Besucherin.
Wer sich hier ohne Orts- und Sprachkenntnisse bewegen muss, ist aufgeschmissen. Um manche Odyssee durch Hamburg abzukürzen, fanden sich Freiwillige in einer Gruppe zusammen, die Flüchtlinge bei wichtigen Behördengängen oder Arztbesuchen begleiten werden.

Viele gute Ideen müssen warten


Ob man nicht auch Feste oder gemeinsame Ausflüge anbieten könne, fragten Teilnehmer. Einen Besucherdienst am Wochenende oder gemeinsames Singen? Ob nicht gebrauchte Fahrräder gespendet werden könnten? Ob man auch die Kompetenzen der Bewohner einbeziehen könne? Solche wichtigen Vorschläge sollen nicht untergehen, müssen allerdings angesichts der Dringlichkeiten noch warten. Zunächst entstanden Gruppenfür Kleiderkammer, Kinderbetreuung, Sprachkurse und die Begleitung zu Behörden und Ärzten. Ansprechpartner der Gruppen sorgen für Absprachen mit Juliane Kliefoth, sie wird die Einsätze der Ehrenamtlichen unterstützen und koordinieren. (wh)

Wer sich ebenfalls beim Runden Tisch engagieren möchte, kann sich per Mail melden unter: sozialraummanagement@hamburg-nord.hamburg.de
Gut erhaltene und gewaschene Herrenkleidung sowie Schuhe bis Größe 43 können ab sofort gebündelt an der Pforte am Grellkamp abgegeben werden.
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