Dornröschenschlaf beendet

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Die Süderschule 2016 Foto: Nowatzky

LEB saniert historisches Gebäude und startet Einrichtung für Jugendliche

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn
Auf den Fluren riecht es noch nach frischer Farbe, und auch die Fassade der alten Süderschule an der Langenhorner Chaussee strahlt frisch in sonnigem Gelb. Der Landesbetrieb Erziehung und Beratung (kurz LEB) hat das geschichtsträchtige Gebäude wieder aufgemöbelt. 1886 entstand hier das erste Schulgebäude, wurde später umgebaut und erweitert bis 1971 die Schüler in die moderne Schule in der Flughafenstraße umzogen. Jetzt sind wieder junge Leute eingezogen, der LEB hat die Schule aufwendig saniert, nun wohnen die ersten minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge hier. Auch die Adresse ist neu: Weil der Eingang auf die Rückseite verlegt wurde, lautet sie jetzt Tannenweg 11. „Eve 18“ heißt die ehemalige Schule offiziell. „Eve“ für Erstversorgungseinrichtung, hierher ziehen Jugendliche nach der Erstaufnahme. Ein Pädagoge unterstützt je drei Jugendliche bei der Integration in den Alltag. Bezirkschef Harald Rösler fasst das so zusammen: „Sie ersetzen hier die Familie.“ Gleichzeitig hat der LEB die Bereichsleitung Nord hierher verlegt. Über 40 Erzieher, Hauswirtschafter, Hausleitung und Verwaltungsmitarbeiter sollen künftig hier arbeiten. Jan Schulte, Bereichsleiter Nord, hat sein neues Büro in der Süderschule. „Als ich das Gebäude im Oktober 2015 zuerst besichtigt habe, dachte ich nicht, dass es zu retten ist“, bekennt er. „Aber es sah schlimmer aus, als es war.“ Harald Rösler, Leiter des Bezirksamtes Nord, freut sich für den Stadtteil. Endlich sei eine sinnvolle Nutzung des Gebäudes gefunden worden. Seit 1971 gab es unterschiedliche Nutzer, doch seit 2011 stand die Süderschule leer. Die Finanzierung war unklar. „Die Schule ist eine Landmarke für Langenhorn und viele Langenhorner hängen an dem Gebäude“, meint Rösler. Jetzt sind anstelle der Klassenzimmer Ein- und Zweibettzimmer für künftig 77 Jugendliche zwischen 14 und 17 entstanden, dazu moderne Duschräume und Küchen zur Selbstversorgung. Die Flure sind mit verschiedenfarbigen Fußböden in gelb, grün und blau zu unterscheiden. Auch eine Armada von Waschmaschinen hat Schulte angeschafft. „Die Jungs lernen hier, selbst zu waschen“, erklärt er. Derzeit wohnen 39 Jugendliche, vor allem aus Schwarzafrika, in der Süderschule, gehen in Langenhorn oder im Hamburger Stadtgebiet in die Schule. „Den Jugendlichen kann es nicht schnell genug gehen mit der Integration“, berichtet Schulte. Deshalb freut er sich über Angebote aus der Umgebung: „Der Tennisverein ist auf uns zugekommen und auch mit Schulen und Lehrern gibt es Projekte“, erzählt er. Etwa ein Jahr werden die Jungs im Durchschnitt in der Süderschule wohnen, da lohne sich die Integration im Stadtteil. Der LEB will sich ebenfalls in den Stadtteil integrieren. So hat Schulte vor, den Konferenzraum künftig auch Einrichtungen und Vereinen für Besprechungen zur Verfügung zu stellen.
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