Ein Hingucker auf Ohlsdorf

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Dr. Rita Bake erläutert Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank das Konzept des Vereins Foto:fjk

Festakt im Garten der Frauen am 3. Juli

Ohlsdorf Im Jahre 1997 erschien das Buch „Stadt der toten Frauen“ von Dr. Rita Bake und Brita Reimers. Der Titel lässt einen Kriminalroman vermuten. Ganz falsch ist der Gedanke nicht. Denn etliche der in diesem Buch zusammengefassten Kurzbiographien sind außerordentlich spannend und geben Einblicke in eine Gesellschaft, in der Frauen mehr zu kämpfen haben als Männer. Das Buch ist vergriffen, aber die Frauen auf Ohlsdorf haben die Verfasserinnen seitdem nicht mehr losgelassen. Deshalb gründete Dr. Rita Bake gemeinsam mit Dr. Silke Urbanski und Helga Diercks-Norden den Verein „Garten der Frauen“. Ein Jahr später, im Juli 2001, hoben sie ein bis heute in Europa einmaliges Projekt aus der Taufe: Den Verein „Garten der Frauen“. Ziel war und ist es, eine Stätte des Erinnerns für Frauen zu schaffen.
Unerheblich dabei, ob allgemein bekannt und geachtet oder weitgehend übersehen und unbekannt. Erinnerung an Frauen als Opfer von politischer oder häuslicher Gewalt wie auch an Frauen, die in ihrer Zeit Herausragendes geleistet haben. Das ist die eine Seite des Gartens. Die andere Seite ist es, Begräbnisstätten für Frauen anzubieten. Kein Museum, sondern eine lebendige Stätte des Erinnerns, mit einer ganz speziellen femininen Note. Denn in den Sommermonaten bieten die Damen am Wasserturm Gespräch und selbstgebackenen Kuchen an, pflegen liebevoll das Gräberfeld.
Der Wasserturm, 1889 nach Originalplänen von Wilhelm Cordes gebaut, ist Stützpunkt und Ausstellungsfläche. In diesem Jahr präsentiert man hier Bilder und Dokumente aus der nun 15-jährigen Vereinsgeschichte. Mit einem Festakt wollen die Frauen gemeinsam mit Förderern und Sympathisanten feiern. Dabei werden gleich drei Neuerungen im Garten offiziell der Öffentlichkeit übergeben: Die „Märchenbank,“ sowie eine an die Tanzpädagogin, Tänzerin und Choreographin Lola Rogge erinnernde Installation und die Skulptur „Erinnerung“ der Bildhauerin Doris Waschk-Balz. (fjk)

Sonntag, 3. Juli, 14 Uhr, öffentlicher Festakt im Garten der Frauen an der Cordesallee am Wasserturm. Natürlich gibt es auch Kaffee und Kuchen.
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