Eine Twiete für Domenica in Hamburg-Altona

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Im Garten der Frauen hat auch Domenica Niehoff einen Platz Foto: Krause

Bekannte Vorkämpferin für die Rechte der Prostituierten ruht in Ohlsdorf



Von Franz-Josef Krause
Ohlsdorf
Was die 1945 in Köln geborene Domenica Anita Niehoff zeitweise berühmt gemacht hat, war ihre unübersehbare Weiblichkeit. Als sie 2009 verarmt in Hamburg starb, widmeten ihr die überregionalen Zeitungen in ganz Deutschland Nachrufe. Denn sie war es gewesen, die zu Beginn der 1980er-Jahre aus dem Hinterzimmer der Prostitution in die Öffentlichkeit getreten war; um für die Rechte der Huren und die Legalisierung der Prostitution einzutreten.

Lebensleistung wird gewürdigt


Nun hat auch der Senat die Lebensleistung von Domenica Niehoff mit der Benennung einer Twiete (niederdeutsch für Zwischengässchen) nach ihr gewürdigt. Die „Senatskommission für die Benennung von Verkehrsflächen“ hat Namen für zwölf neu entstehende Straßen, Twieten und Plätze in der „Neuen Mitte Altona“ beschlossen. Zehn werden an bedeutende Frauen der Hamburger Stadtgeschichte erinnern. Neben Domenica Niehoff wird unter anderem auch die 1990 verstorbene Schauspielerin Helga Feddersen dort eine Twiete erhalten.

Streetworkerin Domenica


1991 begann Domenica als Streetworkerin in St. Georg zu arbeiten. Sie war Mitinitiatorin des Hilfsprojektes „Ragazza“ und betreute bis 1997 drogenabhängige Mädchen auf dem Straßenstrich. Nach dem Tod ihres Bruders 2001 lebte sie in dessen Haus in Boos in der Eifel, bevor es sie 2008 wieder auf den Hamburger Kiez zurückzog. Domenica Niehoff versuchte oft mit eigenen Mitteln zu helfen. Nicht immer wurde es ihr gedankt. „Sie war sehr eigen und ein bisschen chaotisch. Man konnte sie nicht in Schubladen pressen“, charakterisierte sie Krista Sager, seinerzeit stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag. Geld für ihre Beerdigung hat sie nicht hinterlassen. Freunde sammelten für die Frau, die viele „das Herz von St. Pauli“ nannten, Mittel für eine würdige Trauerfeier. Der Verein „Garten der Frauen“ bot ihrer Urne Platz in Ohlsdorf und der Bildhauer Ulrich Beppler spendete das von ihm gestaltete Grabmal.
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