Ersatz-Taxistand auf dem Abstellgleis

Anzeige
Nizar Müller von der CDU-Fraktion (2.v.l.) will sich weiter für die Taxifahrer und ihrer Kunden einsetzen: hier mit Fahrgast Gerhard Klünder (v.l.), Taxifahrer Ignatz Kisa, Fahrgast Detlef Reese und Taxifahrer Thomas Leukel Foto: Krause

Weniger Plätze, schlecht zu finden: CDU will Abhilfe

Hamburg. Nach der Umgestaltung der „kleinen“ Tang-
stedter Landstraße (TaLa) und des Bahnhofvorplatzes fühlen sich die Taxifahrer als Verlierer der Baumaßnahme (das Wochenblatt berichtete). Nicht nur, dass vor dem Bahnhof die Stellplatzzahl reduziert wurde.
Laut den Fahrern hat es dort einst acht Plätze gegeben, die Verwaltung spricht von sechs – unstrittig ist, dass jetzt nur noch vier Taxis dort stehen können – jedenfalls offiziell. Zudem wurde ihnen auch noch das Linksabbiegen in den Krohnstieg verwehrt, und die Fahrer wähnten sich jüngst einer stärkeren Kontrolle durch die Polizei ausgesetzt, die bei Verkehrsverstößen sofort „Knöllchen“ schrieb – eine Disziplinierung, die die Polizei allerdings bestreitet.
Mittlerweile wurde ein weiterer Taxiposten mit vier Plätzen in der nördlichen TaLa vor der Tankstelle eingerichtet. Doch kaum ein Taxi wartet dort auf Kunden: „Diese Lösung funktioniert nicht“, fasst Nizar Müller die Erfahrung der Taxifahrer zusammen. Der Langenhorner CDU-Bezirksabgeordnete versucht seit Monaten mit Anfragen und Anträgen die Verwaltung zu überzeugen, die Verschlechterungen für die kleinen Gewerbetreibenden rückgängig zu machen. „Am Ersatzplatz gibt es noch nicht einmal eine Rufsäule und schon gar keine Laufkundschaft. Wer am Bahnhof Langenhorn-Markt aussteigt, vermutet die Taxis dort, wo sie immer waren – am Vorplatz. Es gibt auch keine Hinweisschilder auf den Ersatzplatz“, kritisiert der Abgeordnete.
Seiner Ansicht nach wird die Nachfrage nach Taxis am Vorplatz zukünftig sogar noch zunehmen, nämlich dann, wenn das Seniorenheim bezogen ist, das zurzeit im „Langenhorner Loch“ entsteht.

Kammer kritisiert aktuellen Zustand

Burkhard Rüland, Hauptkommissar am PK 34 und damit Vor-Ort-Vertreter der zuständigen Verkehrsbehörde, hält mehr Standplätze unter anderem deshalb für unnötig, weil „die Taxis fast alle leer hier abfahren“. Er und seine Kollegen wollen beobachtet haben, dass nur ein ganz geringer Teil der Fahrgäste beim Taxenstand einsteigt, sondern die meisten Aufträge per Rufsäule kommen.
Bezirksverwaltung und Polizei berufen sich zudem darauf, dass es ja vor der Neugestaltung der TaLa und nach den Protesten der Fahrer Gespräche mit der Handelskammer (HK) und dem Taxenverband gegeben habe.
Gespräche gab es in der Tat, aber keine Zustimmung, bestätigte Claus Tiedemann, Verkehrsplaner der Handelskammer, auf Wochenblatt-Nachfrage. „Die jetzige Lösung ist das kleinere Übel, aber nicht befriedigend. Die Polizei hat uns vor die Wahl gestellt: entweder Akzeptanz des Ersatzplatzes, oder der Stand am Bahnhofsvorplatz kommt ganz weg. Die Situation für die Fahrer hat sich verschlechtert.“ Diese Meinung teilt auch Christian Brüggmann, als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Taxiverbände an den Gesprächen beteiligt.
Die Verkehrsbehörde jedenfalls möchte das Problem nicht weiter debattieren. Burkhard Rüland verkündete jüngst im Regionalausschuss: „So wie es jetzt ist, bleibt es auch.“
Mit diesem amtlichen Tonfall möchte sich Nizar Müller indes nicht zufrieden geben. „Die Planer hätten lediglich den Fußweg etwas weniger breit anlegen müssen, dann wäre Platz genug für zwei Taxireihen gewesen. Wir werden an der Sache dranbleiben“, versprach Müller. (fjk/bcb)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige