Frau Pfaue, greifen Sie zu!

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Kirsten Pfaue lebt mit Lebenspartnerin und Kind in Wellingsbüttel Foto: ADFC/wb
 
Ein Haltegriff für Radfahrer: In Lüneburg ist er ein Erfolg Foto: ADFC/wb

Vier Aufgaben und ein Vorschlag für Hamburgs neue Rad-Koordinatorin

Hamburg Kirsten Pfaue radelt in Hamburg voraus: Ab 1. Oktober soll die 41-Jährige Juristin im Auftrag des rot-grünen Senats auf das Ziel Fahrradstadt zusteuern und alle Aktionen koordinieren. Das Wochenblatt gibt der früheren Rechtsamtsleiterin am Bezirksamt Wandsbek fünf Ziele, Aufgaben und Vorschläge mit auf den (Rad)weg:

Mehr Sicherheit


In den ersten vier Monaten 2015 gab es in Hamburg 784 Unfälle mit Radfahrerbeteiligung. 2014 waren es insgesamt 3278 Unfälle, elf davon endeten tödlich. Das größte Problem: Fahrradfahrer werden häufig übersehen. Die Polizei klärt an Unfallschwerpunkten auf. Doch es muss noch mehr Kontrollen geben, auch durch die Fahrrad-Staffel. Für Radfahrer gilt: Helm auf! Autofahrer: Schulterblick nicht vergessen!

Bessere Wege


Der Senat verspricht jährlich 50 Kilometer neue Radwege oder Fahrstreifen. Viele Maßnahmen konzentrieren sich jedoch bisher auf den Bereich um die Alster. Doch die Stadtteile müssen untereinander vernetzt werden, das Umland
(z. B. Norderstedt) muss miteinbezogen werden.

Weniger Rad-Klau


Hamburg ist trauriger Spitzenreiter im Fahrradklau – bundesweit! Im vergangenen Jahr wurden 15.961 Fahrraddiebstähle gemeldet. Hochburgen sind Harvestehude und Hoheluft-West. Die Aufklärungsquote der Polizei von 3,8 Prozent ist ernüchternd. Der Bau von Fahrrad-Parkhäusern muss schnell vorangetrieben werden: Einschließen ist (noch) besser als abschließen.

Weniger Chaos


Am Mühlenkamp herrscht weiterhin Chaos durch wechselnde Verkehrsführungen. Frau Pfaue, übernehmen Sie! Und : Weg mit den geplanten Fahrradzählsäulen! Der Bund der Steuerzahler kritisierte bereits die Säule an der Alster, die 31.384 Euro gekostet hat. Laut Koalitionsvertrag soll jeder Bezirk eine solche Zählsäule bekommen. Geldverschwendung!

Neue Ideen


Wochenblatt-Leser Bernd von Darl schlägt Haltegriffe an Ampeln vor: Dann müssen Radfahrer an der Ampel nicht mehr absteigen. In Lüneburg, wo von Darl geboren ist, haben sich die Griffe seit 2007 bewährt. Oberbürgermeister Ulrich Mädge: „Sie werden von allen gelobt. Wir haben Sponsoren dafür.“ Die Hamburger Verkehrsbehörde lehnt die Idee bisher ab: „Priorität haben Instandhaltung und Ausbau des Wegenetzes“, so Sprecher Richard Lemloh. Dabei kostet ein Griff nur 35 Euro - und Leser von Darl würde für eine Testphase gleich 100 Euro spenden. Die Anregung für die Griffe stammt übrigens aus einer Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Die frühere Vorsitzende des Rad-Clubs in Hamburg: Kirsten Pfaue.

Der Rad-Reporter:
Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen.
Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de
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10 Kommentare
77
Stefan Warda aus Neustadt | 15.09.2015 | 13:59  
Hamburger Wochenblatt aus Wandsbek | 15.09.2015 | 18:19  
77
Stefan Warda aus Neustadt | 15.09.2015 | 22:25  
392
Michael Kahnt aus Barmbek | 16.09.2015 | 13:07  
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 20.09.2015 | 09:50  
727
Katja H. Renfert aus Rotherbaum | 21.09.2015 | 10:45  
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 21.09.2015 | 15:24  
727
Katja H. Renfert aus Rotherbaum | 21.09.2015 | 16:23  
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 22.09.2015 | 13:27  
1.240
Elke Noack aus Rahlstedt | 02.02.2016 | 15:15  
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