Freibad-Initiative im TV

Anzeige
NDR-Journalist Jon Mendrala interviewt Vereins-Vorstand Harald Meyer zum Thema Freibad Ohlsdorf. Foto: Biehl
 
Rachid Messaoudi (l.) und Harald Meyer (M.) beim Sammeln von Unterschriften gegen den Bau von Wohnungen auf dem Ohlsdorfer Freibad-Gelände. Foto: Biehl

NDR-Hamburg-Journal drehte beim beim Verein "Rettet das Freibaden". Bezirksamt und Bäderland lehnten Stellungnahme ab

Ohlsdorf/Fuhlsbüttel Das hat Jon Mendrala noch nicht erlebt: Am vergangenen Mittwoch (13. Mai) hatte der NDR-Journalist einen Bericht über das Freibad Ohlsdorf für das Hamburg-Journal drehen wollen. Wie mehrfach berichtet, kämpft ein Verein gegen wieder aus der Schublade geholte Pläne, das Freibad Ohlsdorf für den Wohnungsbau zu verkaufen.
Doch der NDR bekam weder von Bezirksamtsleiter Harald Rösler noch von Bäderland-Chef Dirk Schumaier eine Stellungnahme. Mehr noch: „Eine Drehgenehmigung für das Freibad wurde uns verweigert“, schüttelt Mendrala den Kopf. Zur Begründung habe es bei dem städtischen Unternehmen lediglich geheißen, es gebe keinen aktuellen Stand. Ähnlich habe das Bezirksamt argumentiert – ein Bebauungsplan liege derzeit nicht vor, habe es dort geheißen.
Die Sendung ging trotzdem am 15. Mai über den Äther.

Erste Neubaupläne für Hallenbad schon wieder verworfen

Die Argumentation von Bezirk und Bäderland ist schon deshalb seltsam, weil im Stadtentwicklungs-Ausschuss der Bezirksversammlung seit fast zwei Jahren wieder über die Bebauung des Freibades diskutiert wird, und zwar auf Basis des alten B-Plans Ohlsdorf 10. Erste Neubaupläne für das Hallenbad, zum Beispiel eine Konstruktion mit Cabrio-Dach, wurden, wie berichtet, sogar schon wieder verworfen, sie wären in der Umsetzung zu teuer geworden. Und nach Wochenblatt-Informationen wollen die Politiker demnächst mit den Plänen an die Öffentlichkeit.

Bürgerentscheid

Der im Januar gegründete Verein „Rettet das Freibaden und Sportschwimmen in Ohlsdorf“ besteht vor allem aus den Aktiven, die bereits 2009 den B-Plan Ohlsdorf 10 mit einem Bürgerentscheid verhindert hatten. Der Plan sah vor, dass die 8.800 Quadratmeter große Fläche des Freibades für den Bau von Wohnungen verkauft wird – wegen der unmittelbaren Nähe zur Alster wohl mehrheitlich Wohnungen der etwas teureren Kategorie. Heute argumentiert die Stadt, mit dem Verkaufserlös einen Neubau des ebenfalls in die Jahre gekommenen Hallenbades finanzieren zu wollen.

SPD änderte Meinung - jetzt für Wohnungsbau

Politisch ist der Verein weitgehend auf sich selbst gestellt: Vor sechs Jahren war der Bürgerentscheid gegen die Pläne des zu jener Zeit schwarz-grünen Senates auch mit Hilfe der damaligen SPD-Opposition erfolgreich. Mittlerweile sind die Sozialdemokraten umgeschwenkt. Sie sehe „nur die Chance, mit einem Verkauf einer (moderaten) Teilfläche die Finanzierung des Neubaus zu ermöglichen“, schrieb die Bürgerschaftsabgeordnete Dorothee Martin dem Verein. Der will das Freibad aus sozialen Gründen erhalten wissen. Einzig die Linkspartei im Bezirk hat sich klar gegen die Umwandlung einer Gemeinbedarfsfläche in privates Wohneigentum ausgesprochen.
Noch bis Mitte Juni läuft eine Online-Petition gegen die Baupläne. (bcb)

> Link zum NDR-Beitrag:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_jour...
>Link zur Petition:
https://www.openpetition.de/petition/online/gemein...
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige