Frust am Dieckmoorweg

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Maren Grashoff will auch in den Zeiten der Bauarbeiten für ihre Kunden da sein Foto: Krause
Hamburg: Dieckmoorweg |

Dauerbaustelle nervt Geschäftsleute und Anwohner in Langenhorn

Langenhorn „Dass Wohnungen gebaut werden, ist gut. Auch dass der U-Bahnhof Nord behindertengerecht mit einem Fahrstuhl ausgerüstet wird, finde ich richtig. Aber dass die Bauarbeiten im Dieckmoorweg nun schon so viele Jahre laufen und kein Ende absehbar ist, dass kann ich nicht verstehen“, so Maren Grashoff. Im Dieckmoorweg arbeitet die 45-Jährige seit 30 Jahren. Vor acht Jahren hat sie ihren einstigen Lehrbetrieb gekauft. Seit Jahrzehnten steht sie um 4 Uhr früh auf, damit sie ihren Kunden ab 5.30 Uhr in ihrer Bäckerei frische Brötchen und duftenden Kaffee anbieten kann. Den Kunden macht es der Baustellenbetrieb schwer, die Traditionsbäckerei zu erreichen. Verbots- und Gebotsschilder erschweren die Parkplatzsuche. Nachdem nun der südliche Wohnungsbauabschnitt entlang der U-Bahntrasse weitgehend fertiggestellt wurde, sollte es eigentlich mit dem Abriss der Gewerbezeile und dem Neubau am nördlichen Ende des Dieckmoorweges weitergehen. Denn diese Gebäude stehen schon lange leer. Lediglich ein Arzt praktiziert dort noch.

Existenzbedrohend

Für Maren Grashoff und den benachbarten Nahkauf ist diese Situation geradezu existenzbedrohend. „Ich habe meine Öffnungszeiten bereits reduzieren müssen“, berichtet sie. „Hatte ich früher bis 18 Uhr geöffnet, schließe ich heute bereits um 15 Uhr. Danach tut sich hier fast nichts mehr. Für mich wäre es wichtig, dass die leere Ladenzeile gegenüber möglichst schnell verschwindet.“ Dass dort auch zukünftig Gewerbebetriebe einziehen, liegt ihr sehr am Herzen. Ebenso wichtig ist, der Dieckmoorweg sollte auch in der Bauphase weiter offen bleiben und die Bauarbeiten sollten möglichst schnell begonnen und abgeschlossen werden. Gehen diese Wünsche in Erfüllung? Das Wochenblatt hat nachgefragt: „Der genaue Zeitpunkt der Abrissarbeiten steht noch nicht fest“, informiert Sina Rudolph, Marketing, Abteilung Geschäftsleitung der Bauherrin meravis Wohnungsbau- und Immobilien GmbH Hannover. „Im Neubau sind Gewerbeflächen vorgesehen, wer konkret dort einziehen wird, können wir aber derzeit noch nicht sagen.“ Das ist eine Nachricht, die den baustellengequälten Gewerbetreibenden und Anwohnern des nördlichen Dieckmoorwegs nicht gefallen wird. Einigen ihrer Mieter, die das entschlossen genug gefordert haben, hat „meravis“ Mietminderung eingeräumt. Da aber Maren Grashoff Eigentümerin ihres Bäckerei-Ladenlokals ist, kann sie auf solche Hilfe nicht hoffen. Sie muss sich allein durch weitere schwere Jahre kämpfen. (fjk)
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