Fuhlsbüttler feiert 100. Geburtstag

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Am 22. November feiert Alfred Stelter seinen 100. Geburtstag Foto: Krause

Alfred Stelter begeht sein Jubiläum am 22. November mit Familie, Freunde und Nachbarn

Von Franz-Josef Krause
Fuhlsbüttel
Rund 14.000 Bundesbürger sind 100 Jahre und älter. Nur 10 Prozent von ihnen sind Männer. Nicht nur die Gene, auch der 2. Weltkrieg ist Grund dieser statistischen Schieflage. Am 22. November feiert der Fuhlsbüttler Alfred Stelter mit Familie, Nachbarn und Freunden seinen 100. Geburtstag. Was, außer dem „richtigen“ Geburtstermin, ist sein Geheimnis? „Ich habe nie geraucht und mäßig getrunken“ erklärt er, „und obwohl ich im 2. Weltkrieg vom ersten Tag an als Pionier an den Fronten in Frankreich und Russland gekämpft habe, bin ich letztlich heil aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt.“ Heil, aber ohne Beruf. Stelter, der in Walsrode, unweit seines bäuerlichen Elternhauses noch vor Kriegsbeginn das Abitur gemacht hatte, war froh, eine Ausbildung als Steinsetzer machen zu können. Er wurde Geselle, Meister und Straßenbauingenieur. Als ab 1951 die ersten Aktivitäten in Richtung Wiederbewaffnung und Gründung einer Bundeswehr aufgenommen wurden, hätte Stelter, der als Major i.G. in die amerikanische Kriegsgefangenschaft gegangen war, es vielen seiner ehemaligen Offiziers-Mitgefangenen gleich tun können. Er entschied sich aber für einen zivilen Beruf, als leitender Mitarbeiter von Straßenbaufirmen prägte er das Gesicht des Nachkrieg-Hamburgs entscheidend mit. „Das war eine sehr intensive Zeit, es ging ja nicht nur darum, bestehende Straßen zu sanieren, sondern Straßen für Neubaugebiete mit der gesamten Infrastruktur zu planen und zu bauen.“ Allerdings – schon 1954 ging es mit dem Kabinenroller in den Süden. „Meine Frau Annelore und ich waren begeisterte Hochgebirgswanderer, wenn immer im Urlaub möglich, gehörte auch das Schwimmen mit dazu.“ Dem Schwimmen ist Alfred Stelter treu geblieben. Nachdem er mit 63 Jahren in den Ruhestand gegangen war reiste er mit seiner Frau viele Jahre durch die ganze Welt – als die Kreise kleiner wurden, war es zunehmend das Hallenbad Ohlsdorf, das zu seinem Swimmingpool wurde. Noch heute ist er in der Frühe an vier Tagen in der Woche dort anzutreffen. Die im Bad laufenden Veränderungen begrüßt er ausdrücklich. Kritisch sieht er die Umgestaltung des Erdkampswegs. „Optisch ist das eine Aufwertung – dass aber seitdem die Radfahrer in großer Zahl den Fußweg nutzen, ist eine Beeinträchtigung“, urteilt der Senior „allerdings würde ich auch nicht gern auf den Radfahrstreifen fahren – und meinen Kindern würde ich das verbieten!“ Überhaupt Kinder – Alfred Stelters freut sich darüber, dass er so gut in die Nachbarschaft eingebunden ist, dass Kinder auch in seinem Garten spielen. Für die und für alle Europäer wünscht sich Stelters ein geeintes Europa, das bereit ist, Zuwanderer zu integrieren. Von denen erwartet er aber auch Integrationsbereitschaft. Sein Fazit „Dumpfe Parolen wie von Pegida oder die politischen Ziele der AfD sind Irrwege, die letztlich den Frieden gefährden. Es darf nie wieder Verfolgung und Krieg geben – das muss oberstes Gebot allen politischen Handelns sein!“
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