„Geisterhaus“ vor Abriss

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Seit Monaten steht das Gebäude an der S-Bahn-Station Wellingsbüttel leer Foto: bez

Bauantrag auf der Zielgeraden. Warum das Projekt so lange dauerte

Von Malte Betz
Wellingsbüttel
Nach fast zweijährigem Leerstand steht das heruntergekommene Wohn- und Geschäftshaus gegenüber dem S-Bahnhof Wellingsbüttel jetzt kurz vor seinem Abriss. Nach Informationen des Hamburger Wochenblatts sollte der Bauantrag des Besitzers am 12. November der Baukommission vorgelegt werden. Wenn sie den vorliegenden Antrag final genehmigt, kann mit dem Abriss des Backsteinbaus begonnen werden. Alle verlangten Gutachten und Ergänzungen liegen der Baubehörde vor. „So lange haben wir noch nie auf eine Baugenehmigung gewartet“, heißt es beim Besitzer, der Puls Bauunternehmung in Stuvenborn. Doch jetzt sei vom Amt grünes Licht signalisiert worden.
Warum dauerte das so lange? Den Mietern der Wohnungen und der Geschäfte war bereits 2013 zum Ende des Jahres gekündigt worden. Anschließend sollte der Neubau eines modernen Wohn- und Geschäftshauses beginnen, ebenfalls im Backstein-Look. Doch seitdem ist gar nichts passiert. Nur das Unkraut wuchs rasant zwischen den Platten des großen Vorplatzes, die Fassade bröckelte und die Schaufensterscheiben zerbrachen. Letztere wurden mit Brettern notdürftig verschlossen. Das zweigeschossige Gebäude in der Rolfinckstraße entwickelte sich zum Geisterhaus und somit zum neuen Schandfleck im Herzen des Stadtteils.
Trotz des Leerstands stellte der Bauherr anfangs keinen Bauantrag für seinen geplanten Neubau. Nicht zuletzt deshalb, weil Familie Puls bereits seit 2010 vergeblich auf einen Bauvorbescheid wartete.

Sachbearbeiterin ging in Ruhestand


Die Bezirkspolitik, Ämter und Anwohner stritten damals bereits im vierten Jahr über den Bebauungsplan ‘Wellingsbüttel 16‘. Er regelt die Bebaubarkeit von 2.500 Grundstücken in dem Stadtteil völlig neu, unter anderem auch in der Rolfinckstraße. Erst im Mai 2014 wurde das 550 Seiten umfassende Gesetzeswerk verabschiedet. Somit konnte erst im Sommer ein Bauplan für das verlassene Haus am S-Bahnhof fertiggestellt werden. Am 3. August 2014 wurde er beim Bauamt eingereicht.
Dass die Bearbeitung und die jetzt in Aussicht stehende Genehmigung weitere 15 Monate in Anspruch nahmen, ist auf angeforderte Detail-Ergänzungen und Gutachten zurückzuführen – und auch darauf, dass die zuständige Sachbearbeiterin im Bauamt zwischenzeitlich in den Ruhestand gegangen ist.
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