Geschichtstafeln erklären den Ochsenzoll

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Die ehemalige Kapelle der „Anstalt“ – heute ein Restaurant – vom Baukran aus in luftiger Höhe aufgenommen Foto: Krause
Hamburg: Henny-Schütz-Allee |

Archivar Erwin Möller dokumentiert Langenhorns Vergangenheit

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn
Gleich auf drei Tafeln möchte Erwin Möller Langenhornern die Geschichte des Stadtteils rund um das das ehemalige Allgemeine Krankenhaus Ochsenzoll näherbringen. Gemeinsam mit Bezirksamtsleiter Harald Rösler enthüllte der Archivar Langenhorns eine der Tafeln, die Spaziergängern einen kurzen Abriss über die Geschichte des Standorts gibt.

„Anstalt Ochsenzoll“ 1893 gegründet

In Steinwurfweite zum Aldi-Bau auf dem Grundstück des 2016 abgerissenen Hotels Tomfort, kündet das Schild nun auch die Geschichte der gastlichen Institution an der Langenhorner Chaussee. Der gegenüber sich die „Tannenkoppel“ erstreckte. Auf deren Gelände wurde 1893 die „Anstalt Ochsenzoll“ als landwirtschaftlich ausgerichtete Dependance der Irrenanstalt Eilbek gegründet. Schon im Gründungsjahr standen auf der 89 Hektar großen Anlage acht „Behandlungshäuser“. Bereits damals forderte die „wachsende Stadt“ ihren Tribut. Noch vor dem ersten Weltkrieg wuchs die Anlage auf rund 150 Hektar an, auf dem 76 Gebäude standen. Bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde in der „Anstalt“ Ackerbau und Viehzucht betrieben.

Ochsenzoll wurde Synonym für „Irrenhaus“

Der Name Ochsenzoll wurde innerhalb Hamburgs zunehmend zum Synonym für ein „Irrenhaus“. Gut über 100 Jahre später hat sich die Bewertung völlig geändert. In den letzten Jahren ist hier das wohl größte Wohnbauprojekt Langenhorns entstanden, das mit über 750 neuen, oder in Bestandshäuser eingebaute hochwertige Wohnungen dem ehemaligen Klinikgelände ein neues Gesicht gegeben hat. Wer heute unter dem Blätterdach der Alleen auf die noch über zwanzig verbliebenen historischen Gebäude blickt, fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Im Miteinander der Neubauten mit dem gewachsenen Baumbestand verleihen die zwischen den Jahren 1893 und 1913 erbauten Häuser dem Standort einen ganz eigenen Zauber.

„Die Nachfrage ist so groß“

Einer der größten Bauherren ist die Patrizia Deutschland GmbH, die allein 450 Eigentumswohnungen errichtet hat oder gerade baut. „Die Nachfrage ist so groß“, erfuhr das Wochenblatt von Simon Querndt, Associate Director des Unternehmens, „dass lediglich nur noch 15 Wohnungen auf dem Markt sind. Der Preis für Neubauten liegt bei etwa 4.200 Euro und bei Bestandswohnungen bei 4.500 Euro pro Quadratmeter.“ Die Patrizia war es auch, die durch die Übernahme der Kosten die Geschichtstafeln und ihre Aufstellung ermöglicht hat. „Ich hatte Geschichte als Leistungskurs“, so Sven Göller, der Norddeutschland-Chef des Augsburger Unternehmens schmunzelnd „und unterstütze ausdrücklich die Arbeit von Erwin Möller mit seinem Langenhorn Archiv. Es ist wichtig, dass die Menschen um die Geschichte ihrer unmittelbaren Umgebung wissen. Die Tafeln leisten das anschaulich und nachhaltig!“
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