Hamburger Handwerk sucht Nachwuchs

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Handwerk ist ein Glück, findet Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer und Gebäudereinigungs-Unternehmer aus Lokstedt Foto: HWK

Die Auftragsbücher sind voll. Kammer-Präsident Josef Katzer wirbt für Ausbildung im Handwerk

Von Miriam Flüß
Hamburg
Der Konjunkturmotor im HHamburger Handwerk brummt. Entsprechend unverändert hoch ist der Bedarf an Nachwuchs und qualifizierten Fachkräften. Im Gespräch mit dem Wochenblatt erklärt Josef Katzer, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, warum das Handwerk eine sehr gute Alternative ist.

Wochenblatt: Am 1. August starteten Hamburgs Azubis ins Berufsleben. Sind Sie zufrieden mit der Belegung der Lehrstellen?
Josef Katzer: Die Handwerkskammer Hamburg stuft mit Blick auf die bisherige Entwicklung im Gesamtjahr 2016 die Lage als gut und stabil ein. Es gibt jedoch noch freie Ausbildungsplätze und wie im Vorjahr ist zu erwarten, dass am Ende Lehrstellen wieder nicht besetzt werden können.

WB: Können Nachzügler sich noch bewerben?
Katzer: Es gibt genug Lehrstellen für alle jungen Menschen in Hamburg, nur nicht immer im Traumberuf. Ausgezeichnete Möglichkeiten hat, wer beispielsweise Elek-troniker, Gebäudereiniger, Bäcker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik oder Maler werden möchte. Ein guter Tipp ist, bei dem Unternehmen, bei dem man gern arbeiten möchte, einfach nachzufragen.

WB: Welche Ausbildungsberufe sind bei jungen Frauen und jungen Männern besonders gefragt?
Katzer: Bei den weiblichen Lehrlingen ist es nach wie vor die Friseurin. Wir stellen aber fest, dass junge Frauen zunehmend auch in bislang männerdominierte Berufe gehen wie Kfz-Mechantroniker, der weiterhin auf Platz eins der männlichen Lehrlinge rangiert.

WB: Warum sollten sich Schulabgänger für einen handwerklichen Beruf entscheiden?
Katzer: Das Handwerk bietet eine hochwertige, abwechslungsreiche und praktische Ausbildung in einem von mehr als 100 Ausbildungsberufen. Mit einer Ausbildung im Handwerk steht man mitten im Berufsleben und kann seine Karriere sofort starten. Als Geselle oder Gesellin sammele ich Berufserfahrung und werde dann Meister oder Meisterin, absolviere Fort- und Weiterbildungen oder kann an einer Universität studieren. Wenn man mit seinen eigenen Händen etwas herstellt, beispielsweise eine kleine Maschine, die angeschlossen wird und läuft – das erzeugt Glücksgefühle, die man mit dem Ausfüllen von Devisenformularen in einer Bank nicht herstellen kann. (wb)

Hier können Besucher am Sonnabend, 17. September, beim Tag des Handwerks lokale Betriebe kennenlernen und sich über Ausbildungsmöglichkeiten informieren: Auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Lokstedt, 11 – 17 Uhr, Vogt-Wells-Str. 13. In Langenhorn am Langenhorner Markt, 9-14 Uhr. In St. Georg in der Koppel 66 von 11-17 Uhr und im Grindelviertel. Hier öffnen die Betriebe zu individuellen Geschäftszeiten

Weitere Infos: Handwerkskammer Hamburg
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 06.09.2016 | 16:11  
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