Herberge für Menschen

Anzeige
Erfolgreiche Familienzusammenführung: Chalid Al-Awad (rechts) mit Söhnen Feras, Yazan, Baraa und Muhamad (v.l) Foto: Haas

Langenhorner Verein ermöglicht die legale Einreise von Geflüchteten

Langenhorn Können Menschen auf der Flucht aus Syrien oder dem Irak legal hier einreisen – mit Visum und Flugticket? Das geht, sofern sie hier lebende Verwandte haben, die für ihren Lebensunterhalt aufkommen. Können die mangels genügender Einkommen nicht bürgen, springen mutige Hamburger ein und unterzeichnen eine Verpflichtungserklärung. Dabei unterstützt sie der Verein „Herberge für Menschen auf der Flucht“. Im Sommer 2015 gegründet, sammelt der Langenhorner Verein Spenden, ermöglicht und organisiert die legale Einreise. Die Mehrzahl der Mitglieder sind engagierte Langenhorner. Inzwischen traten dem Verein sogar Menschen aus der Schweiz und Italien bei. „Sie konnten allerdings jetzt nicht eben mal anreisen“, erklären Thomas Dreyer und Pastor Joachim Tröstler. Die beiden Vereinsvorsitzenden berichteten kürzlich im Ansgar-Gemeindesaal von den überwältigenden Erfolgen ihrer Arbeit. Der Erfolg hat inzwischen schon mehrere Gesichter. Einige sind anwesend bei der ersten Mitgliederversammlung. So etwa Dr. Chalid Al-Awad mit seinen vier Söhnen Feras, 20, Muhamad, 18, Yazan, 12, und Baraa, 9, die jetzt hier zusammenleben können. Geglückte Einreisen kamen schon in Fernsehberichten vor. Über Ankunft und Alltag der Neuankömmlinge informiert jetzt regelmäßig die Facebook-Seite des Vereins. Wesentliche Unterstützung leistet der IT-Dienstleister Michael Sellenschlo. Als Schatzmeister verwaltet er die Finanzen und freut sich über zahlreiche Spendeneingänge. „Sechs Schützlinge konnten durch unser Zutun bereits einreisen, andere warten noch darauf.“ sagt Sellenschlo. Spenden seien deshalb auch künftig willkommen. „So ermöglichen wir weitere Verpflichtungserklärungen.“ Die Formalien einer Mitgliederversammlung sind schnell erledigt, bevor Thomas Dreyer die Details des Landesaufnahmeprogramms erklärt.

Weitere Helfer gesucht


„Für hier lebende Verwandte ohne ausreichendes Einkommen können Freunde oder Nachbarn eine Verpflichtungserklärung unterschreiben.“ Im Netz informiere der Verein über die aktuelle Lage und die Suche von „Verpflichtungsgebern“ und Paten. „Angesichts zunehmender Risiken einer Flucht können wir so immerhin getrennte Familien zusammenführen“, sagt Dr. Dreyer. Einfach zuzuschauen wie Menschen im Mittelmeer ertrinken, sei dagegen unterlassene Hilfeleistung. (wh)

Weitere Infos: www.herberge-fuer-menschen.de und www.facebook.com/herberge.fuer.menschen
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige