Hilfe für Flüchtlinge in Langenhorn läuft

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Vor dem Eingang: Helfer und Nachbarn nach dem Runden Tisch, zum ersten Mal fand er in der Erstaufnahme Grellkamp statt Foto: Haas

Der Runde Tisch Grellkamp zieht nach dem ersten Jahr Arbeit eine positive Bilanz

Von Waltraut Haas
Langenhorn
Beim ersten Runden Tisch im September 2015 zeigten 200 beherzte Langenhorner spontan ihre Hilfsbereitschaft für Geflüchtete in der Erstaufnahme Grellkamp. Die Unsicherheit ob der vielen Neuankömmlinge wich schnell: Helfen macht eben gute Laune, sobald das Wie und Wo geklärt wird. Beim Runden Tisch am vergangenen Donnerstag zogen Ehrenamtliche Bilanz, zusammen mit dem Team von fördern & wohnen (f&w) und einigen Nachbarn. Inzwischen engagieren sich Freiwillige kontinuierlich in der Unterkunft: mit der Kleiderkammer und anderen regelmäßigen Angeboten. Drei Treffen wöchentlich werden vom Teemobil ausgerichtet: Freiwillige und Bewohner der Unterkunft tauschen sich aus über alles, was ansteht. Moderiert von Stadtteil-Pastor Joachim Tröstler tagte der deutlich kleinere Kreis zum ersten Mal auf dem Gelände der Erstaufnahme: In der alten Schulmensa, vom Freundeskreis Grellkamp mit großzügigen Möbelspenden umgestaltet zum „KultKomm“, dem Treffpunkt der Bewohner. Diana Lagat, Leiterin der Unterkunft, berichtete von der entspannten Lage in der Erstaufnahme Grellkamp: seitdem die ursprüngliche Belegung mit bis zu 830 auf aktuell 424 Menschen sank. Dadurch sei Ruhe eingekehrt. Das Sommerfest sei gut angekommen, nicht zuletzt dank toleranter Nachbarn. Zusammen mit dem Freundeskreis Grellkamp wurde ein Ferienprogramm angeboten, das Kinder und Jugendliche begeisterte. Inzwischen besuchen sie alle eine Schule und verständigen sich in akzentfreiem Deutsch. Die größte Sorge der Bewohner sei aktuell die lange Wartezeit. „Doch Folgeunterkünfte werden nicht so schnell gebaut wie sie gebraucht werden.“ so Diana Lagat. Auch Anwohner profitieren von der entspannten Lage. Bald werde die Unterkunft mit freiem WLan ausgestattet, damit Bewohner nicht mehr vor Häusern von Nachbarn telefonieren müssen, die ihnen Zugang zu ihrem WLan-Netz verschafft hatten. Eine Helferin in der Kleiderkammer bemängelte die Deutschkenntnisse einiger Mütter. Während die Väter Deutsch- und Integrationskurse besuchen, obliege ihnen die Betreuung der Kleinkinder. Für sie hat der Freundeskreis Grellkamp eigens einen Frauentag im KultKomm eingerichtet: Ein Treffpunkt zum Klönen, bei dem auch Deutsch gelernt werde.

„Zeitspender“ sind weiter willkommen. Aktuell fehle es auch an Sachspenden: „Uns fehlt löslicher Kaffee und Kakao für die TeeMobil-Abende“, sagt Martin Rittmeier vom Freundeskreis Grellkamp. Kontakt auf Facebook oder per Mail: freundeskreis.grellkamp@web.de
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