Hilfe mit Rad und Tat

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Das Rad für Selaidin: Sandra Liley und ihr Mitarbeiter möbeln es eben noch auf Foto: Haas

Internationaler Bund finanziert Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge

Langenhorn Nichts wünscht sich Selaidin, 10, so dringend wie ein Rad für seinen Schulweg. Der Junge wohnt mit seiner Familie in der Wohnunterkunft am Jugendparkweg 60 – zusammen mit rund 170 Zuwanderern, Flüchtlingen und Asylbewerbern aus etwa zehn Nationen, unter ihnen Familien aus Syrien, Afghanistan, Ghana oder dem Kosovo. Selaidin kommt gerade zusammen mit Vater Ulwi zur Fahrradwerkstatt, die Sandra Lilay seit dem vergangenen Juni ehrenamtlich betreibt. Das Motiv für ihren Einsatz erklärt sie knapp: „Weil ich eben gerne was für andere Menschen mache.“
Wenn sie mittwochs nach Feierabend im Jugendparkweg aktiv ist, wird sie schnell umringt von Bewohnern. Denn sie kann weiterhelfen: mit „Rad und Tat“, wichtigen Ersatzteilen und Werkzeugen oder auch mit Fahrradschlössern. Bei Sturm und Regen wird der Platz enger: unter einem Vordach vor dem Speisesaal. Im angrenzenden Keller, wo gespendete Räder lagern, gibt es noch weniger Platz, er reicht allenfalls aus für kompliziertere Reparaturen.
Nach einem Abend beim Runden Tisch hatte Sandra Lilay die Initiative für das Rad-Projekt übernommen. Inzwischen wird sie von einem kleinen Team freiwilliger Mitarbeiter unterstützt. „Noch sind nicht alle Kinder versorgt“, erklärt Sandra, dabei bräuchten sie dringend Räder, um schneller zur Schule zu kommen.
Auch viele Väter und ältere Jugendliche seien gerne behilflich beim Reparieren der Spendenräder, allein könnte sie die Arbeit gar nicht stemmen. „Hoffentlich finden wir bald eine für alle Bewohner zugängliche Werkstatt“, sagt sie mit Blick auf das unwirtliche Wetter. Auch die Spende weiterer Fahrräder wäre höchst willkommen.
Werkzeug und Ersatzteile für das Radprojekt finanziert der Internationale Bund (IB). „Wir unterstützen mehrere ehrenamtliche Projekte im Auftrag des Bezirksamtes Nord, wir sind auch in der Unterkunft am Grellkamp aktiv“, erklären Kristina Simonaviciute und Lydia Schlecker vom IB. Auch fördern & wohnen, Betreiber der Unterkunft, lobt dieses Projekt. Auch andere Angebote von Freiwilligen am Jugendparkweg liefen erfolgreich, wie etwa die Kleiderkammer, die Organisation von Lebensmittelspenden und mehr. Ehrenamtler, die Flüchtlinge zu Behörden oder Ärzten begleiten, werden noch benötigt. Kontakt für Spenden funktionstüchtiger Fahrräder: sliley@posteo.de (wh)
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