Hummelsbütteler Feldmark soll erhalten bleiben

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Mit einem Banner an der Glashütter Landstraße wirbt der Verein dafür, die Bebauung der Hummelsbütteler Feldmark nicht zuzulassen Foto: Frank Berno Timm

Feldmark-Initiative sammelt über 7.000 Unterschriften für Volksinitiative

Von Frank Berno Timm
Hummelsbüttel/Langenhorn
Der Verein zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark hat nach eigenen Angaben über 7.000 Unterschriften für die Volksinitiative „Hamburg für gute Integration“ gesammelt. Die Politik müsse nun zeigen, dass sie die Meinung ihrer Bürger verstanden habe und die Planungen für Flüchtlingsgroßsiedlungen fallenlassen, forderte die Initiative. Das Konzept, mit Hilfe der Hafencity-Uni neue Flächen für Unterkünfte zu suchen, könne nur ein „kleiner Baustein“ der Flüchtlingsunterbringung sein. Am vorigen Mittwoch wurden im Rathaus insgesamt über 26.000 Stimmen für die Volksinitiative abgegeben. Nach Auffassung des Hummelsbütteler Vereins ist damit „Klarheit geschaffen, dass das dreistufige Prozedere, Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid“ zügig voranschreite. Der Volksentscheid könnte laut Initiative am Tag der Bundestagswahl 2017 stattfinden. Der Verein hoffe, dass es dazu nicht kommen muss. Der Bürgermeister solle zur Vernunft kommen und seiner Verwaltung den Auftrag erteilen, „an Lösungen zu arbeiten, die eine Integration möglich machen ohne Ressourcen zu zerstören und soziale Brennpunkte zu schaffen.“ Die Frage, wie Flüchtlinge untergebracht werden könnten, müsse „in die Stadtteile“ getragen werden. Nur diese wüssten, „wie die örtliche Struktur am besten genutzt werden kann“.

CDU lobt Initiative – Rot-Grün fordert Dialog


Wie berichtet, geht es im Kern um die Absicht des Senats, stadtweit an 17 Stellen kurzfristig Wohnungen zu bauen, die zunächst für Flüchtlinge genutzt und dann Eingang in den normalen Wohnungsmarkt finden sollen. Die Hummelsbütteler Feldmark soll an zwei Stellen mit insgesamt knapp 700 Wohnungen zum Zuge kommen – dagegen gibt es erheblichen Widerstand. Dennis Thering (CDU/MdHB) erklärte, 26.000 Unterschriften seien ein „starkes Zeichen“ und eine klare Ansage an den Hamburger Senat. Nicht die Volksinitiative spalte die Stadt, „sondern der kompromisslose und falsche Kurs des Bürgermeisters hat zu einer Spaltung zwischen Senat und den Hamburgern geführt“. Das kürzlich vorgestellte „Pseudobeteiligungsmodell“ mache aus einem falschen kein richtiges Konzept. Erfolgreiche Integration könne nur mit kleinen, dezentralen Unterkünften gelingen. Nun müsse der Senat in Dialog treten und die Pläne für Massenunterkünfte in Hummelsbüttel, Poppenbüttel und Volksdorf auf Eis legen. Andreas Dressel (SPD) und Anjes Tjarks (Grüne) zollten den Initiativen Respekt, dass sie mit einem solchen Sprint die erste Hürde genommen hätten. Man werde den Weg des Dialogs konsequent weitergehen. Das Beteiligungsinstrument der Hafencity-Universität sei dabei ein „ganz wichtiger Baustein“. Es sei gut, wenn die Volksinitiative dabei helfe, die Herausforderungen der Flüchtlingsunterbringung gemeinsam mit anderen Akteuren „stadtverträglich zu meistern“. Zum Vorschlag, die Hafencity-Universität an der Flächensuche zu beteiligen, äußert sich die Feldmark-Initiative dagegen skeptisch. Das Modell könne nur „ein kleiner Beitrag zu den geforderten Unterkünften sein. Es ist nicht ausreichend, lediglich nach Flächen zu suchen“, so Vorstandsmitglied Steffen Haack. Es müsse temporär auch „an Flächen für den regulären Wohnungsbau und an Gewerbeflächen gedacht werden“. Nach wie vor gebe es seitens des Senats zu wenig Engagement bei der Suche nach Alternativen; nur ein sofortiger Planungsstopp für die Großsiedlungen werde nach Meinung der Initiative alle Kräfte bündeln.

Weitere Infos: Volksinitiative "Hamburg für gute Integration"
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