In Norderstedt lernen Kinder gute Manieren

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Von Cindy Klein gab es Tipps und Tricks für Tischdekoration und korrekte Tischmanieren Foto: cb

SOS-Kinderdorf Harksheide veranstaltet Aktion „Alles Knigge, oder was?“

Norderstedt Konzentriert legt Juliane die Ecken der grünen Papierserviette übereinander, dreht und faltet akribisch. Nach wenigen Minuten steht ein niedlicher Servietten-Igel vor ihr. „Damit überrasche ich meine Eltern beim nächsten Sonntagsfrühstück“, verkündet die Elfjährige stolz. Florian Lilge freut sich über Spaß und Engagement der Kinder bei der Aktion „Alles Knigge, oder was?“ Innerhalb weniger Tage war das Angebot ausgebucht. „Der Bedarf ist da“, stellt der Leiter des Familientreffs im SOS-Kinderdorf Harksheide fest. Wie seine Kollegin Cindy Klein ist auch er gelernter Restaurant-Fachwirt und gibt sein Wissen gerne weiter. In zwei Gruppen lernen jeweils vier Kinder die Geheimnisse der Tischkultur kennen. Wie deckt man ansprechend ein? Wo stehen die Gläser? In welcher Reihenfolge benutzt man vorgelegtes Besteck? „Von innen nach außen“, vermutet Celina. Fast richtig. „Ich möchte mich später in der Politik engagieren, dafür brauche ich korrekte Tischmanieren“, erklärt die 14-Jährige. „Im Restaurant fühle ich mich unsicher und möchte nicht ständig meine Eltern fragen, wie ich mich verhalten soll“, bekräftigt Juliane. In der offenen Küche duftet es verführerisch nach Tomaten und Knoblauch. Hier wird Pizza gebacken. Linus walzt den selbstgemachten Hefeteig aus, ehe frisch geschnittenes Gemüse, Schinken, Wurst und Käse demokratisch darauf verteilt werden. „Kochen macht Spaß und Hunger habe ich auch schon“, stellt der 13-Jährige fest. Wenig später sitzen alle jungen Seminarteilnehmer zusammen am hübsch eingedeckten Tisch und genießen ihr herzhaftes Backwerk – heute ohne Besteck. „In der Familie und unter Freunden darf man darauf verzichten, im Restaurant dagegen sind Messer und Gabel Pflicht“, erklärt Cindy Klein und fügt augenzwinkernd hinzu: „Die Serviette niemals in den Hemd- oder T-Shirt-Kragen stecken – das war lediglich dem legendären Film-Duo „Dick & Doof“ vorbehalten.“ (cb)
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