JU wird Denkmal

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Die JU-52 ist eine von nur noch acht flugfähigen Exemplaren Foto: Gregor Schlaeger / Lufthansa Technik AG

Bürgermeister Scholz ehrt „Zeugnis der Luftfahrtgeschichte“

Von Stefanie Nowatzky
Fuhlsbüttel
Von Sonnabend an wird ein weiß-blauer Aufkleber die Außenhaut der „Tante JU“, wie die JU52 der Deutschen Lufthansa Berlin Stiftung (DLBS) liebevoll heißt, zieren. Die silberne Wellblech-Maschine von 1936 ist damit offiziell als schützenswertes Denkmal in die Liste des Hamburger Amtes für Denkmalschutz aufgenommen. Damit steht sie in einer Reihe mit dem Motorschiff Cap San Diego, die im Hamburger Hafen seit Jahren Besucher anlockt.
Bürgermeister Olaf Scholz wird die Ehrung vornehmen und die traditionelle Plakette übergeben. Statt eines Blechschildes, wie für denkmalgeschützte Häuser, musste hier allerdings eine andere Lösung her: Ein speziell für die Luftfahrt zugelassener Aufkleber wird direkt auf das Wellblech der Junkers aufgebracht.
Helen Rüge, Sprecherin der Kulturbehörde, begründet die Entscheidung so: „Die 1936 gebaute ‚Ju 52‘ ist ein herausragendes Zeugnis der deutschen Luftfahrtgeschichte, das die bedeutende Phase des deutschen Flugzeugbaus der 1930er Jahre veranschaulicht und sogar noch erlebbar macht.“
Im Februar hatte die DLBS als Eigentümer der JU den Antrag gestellt, das Flugzeug unter Denkmalschutz zu stellen. Die JU52 ist eine von nur noch acht flugfähigen Maschinen dieses Typs, das als Passagiermaschine einst die Stütze von Deutschlands größter Fluggesellschaft bildete. Auch die Piloten schätzen die ganz besondere Erfahrung, wie Heinz-Dieter Bonsmann, Flugkapitän a.D., erklärt: „Das ist direktes, pures Fliegen.“ Er flog die JU als erster Pilot in Hamburg, bis 2007 regelmäßig. Die besonders flexible Einsatzmöglichkeit der 79 Jahre alten Maschine war auch ein Grund für die schnelle Entscheidung des Denkmalamtes: „Auf Grund ihrer besonderen Konstruktion ist sie sowohl als Passagier- als auch als Transportflugzeug geeignet und fähig, auch in unwegsamem Gelände und auf kleinem Raum zu starten oder zu landen“, so Helen Rügen.

Ehre und Verpflichtung


Die JU ist das erstes Verkehrsflugzeug, das unter Denkmalschutz gestellt wird. „Für die Lufthansa und für die DLBS ist es eine große Ehre und Verpflichtung zugleich, dass unsere JU52 in die Liste der beweglichen Denkmäler aufgenommen wird, freutsich Bernhard Conrad, Vorstandsvorsitzender der DLBS. Er hofft, dass die Maschine auch noch zu ihrem 100. Geburtstag jährlich 10.000 Passagiere bei Rundflügen begeistern kann. Dazu investiert die Stiftung rund 4000 Arbeitsstunden jährlich in den Oldtimer, viele davon ehrenamtlich. Seit 1984 hat die Junkers JU 52 D-AQUI ihren Heimatflughafen in Hamburg. Hier wird sie von 15 Mitarbeitern der Stiftung sowie rund 35 Ehrenamtlichen liebevoll betreut.
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