Kaum Einkünfte für Läden

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Kamen vor Ort zum Thema Nahversorgung ins Gespräch: Horst Düwel (v.l.), Nizar Müller, Jürgen Lehmann und Martina Schenkewitz Fotos: Kuchenbecker
Hamburg: Grellkamp |

Letzter Bäcker hat geschlossen: Am Grellkamp fehlen Geschäfte

Von Nicole Kuchenbecker

Langenhorn Die Ladenzeile am Grellkamp wird abgerissen. Das finden nicht alle Anwohner gut, zumal sie ihr kleines Nahversorgungszentrum, einen Bäckerladen, nun auch verloren haben. Seit gut drei Wochen hat er geschlossen. Im jüngsten Regionalausschuss übergaben Anwohner 400 Unterschriften an die Politiker. Nützen wird dies aber wohl nichts.

Es ist ein Treffen zwischen Politik und Anwohnern direkt vor Ort. Horst Düwel von der Bürgerinitiative Grellkamp, Martina Schenkewitz (SPD) sowie Nizar Müller und Jürgen Lehmann (CDU) kommen ins Gespräch. In unmittelbarer Nähe des Wohngebietes ist nun kein Versorger mehr zu finden. „Von dem Verkauf von zehn Brötchen und einem Liter Milch kann man nicht existieren“, stellt Schenkewitz fest. Sie kritisiert, dass man nicht viel früher auf den kleinen Laden aufmerksam gemacht und ihn mit Einkäufen unterstützt habe.

Ein griechisches Restaurant, ein Schlachter, ein Kiosk und auch der Gemüseladen gaben zuvor auf. „Wir haben über zwei Monate lang Unterschriften gesammelt“, sagt Düwel. Die Liste lag im Bäckerlädchen aus. Nach Düwels Informationen möchte die ehemalige Inhaberin den Bäckerladen jetzt nicht weiterbetreiben, nachdem die Eigentümerin, die Saga GWG, ihr gekündigt hatte. Denn nach ersten Planungen sollen die Gebäude alle abgerissen werden und Wohnungsbau entstehen. Ein möglicher Laden innerhalb des neuen Gebäudes könnte möglicherweise dort einziehen. Eine Rettung für die derzeitige Ladenzeile wird es nicht geben.

Dafür gab es bereits im Juni erste Gespräche mit der Politik, Düwel und dem Bezirks-amtsleiter Harald Rösler. „Das war ein sehr freundliches und wohlwollendes Gespräch“, betont Düwel. Denn die Anwohner wünschen sich eine zügige Bebauung, keine leere Flächen und keinen Neubau, der sich lange hinzieht. „Wir sollten uns an den Wünschen der Anwohner orientieren“, meint auch Martina Schenkewitz.
Nizar Müller hatte bereits im Januar und auch im April dieses Jahres kleine Anfragen zur Nahversorgung am Grellkamp gestellt und sich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Auch er wünscht sich eine intensive Bürgerbeteiligung – sowohl für die Bebauung des Gebietes der jetzigen Ladenzeile, aber auch bei den Planungen zur Erstunterkunft nach deren Schließung.
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