Kirche muss Platz sparen

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Die 1973 neu gebaute Zachäus-Kirche am Käkenflur wurde bereits mit der St.-Jürgen-Gemeinde fusioniert. Jetzt gibt es neue Sparpläne Foto: now
 
Pastorin Antje Grambow und Arnhild Kleemann, Vorsitzende des Kirchengemeinderates Foto: now

Zachäus zieht Konsequenz aus Schließungs-Debatte. Räume fallen an Kita

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn
Umbau statt Abbau - so lautet die Devise im kommenden Jahr für die Zachäus-Kirche in der Straße Käkenflur Umbau statt Abbau - so lautet die Devise im kommenden Jahr für die Zachäus-Kirche in der Straße Käkenflur. Die Kirche wird sich verkleinern und Räume an die Kindertagesstätte, die seit sieben Jahren im Gebäude ansässig ist, abtreten. Damit reagiert sie als erste im Stadtteil auf die allgemein sinkenden Mitgliederzahlen der evangelischen Kirche. Dieser Trend hatte im Sommer, wie berichtet, hamburgweit eine Debatte um mögliche Kirchenschließungen ausgelöst. Auch die 4700 Gemeindemitglieder der vor sieben Jahren fusionierten Kirchen St. Jürgen-Zachäus in Langenhorn waren zunächst geschockt. Denn für das 1973 gebaute Gemeindezentrum im Käkenflur hieß es: Fördermittel der Kirche wird es nicht mehr geben. Für Arnhild Kleemann, Vorsitzende des Gemeinderates, stand fest: „Wir wollen unser Gemeindezentrum trotzdem erhalten“. Fast gleichzeitig mit der Hiobsbotschaft kam die Anfrage der evangelischen KiTa Käkenflur nach mehr Platz.

Anbau war geplant


Leiterin Jutta Telzer: „Ich hatte schon einen Anbau im Garten in Planung.“ Denn während die Mitgliederzahlen der Gemeinden schwinden, will die KiTa um zwölf Plätze erweitern – Krippenplätze für die ganz Kleinen ab dem ersten Lebensjahr. Die KiTa will sich damit auf die stärkere Nachfrage Betreuungsplätzen vom Start bis zur Schule einstellen. Statt bisher 50 werden dann 62 bis 64 KiTa-Kinder die Zachäuskirche mit Leben erfüllen. Eine wunderbare Lösung, wie Arnhild Kleemann findet. „Auch heute schon gibt es ganz viel Miteinander. Seniorenarbeit und KiTa-Kinder haben viele Treffpunkte“, freut sie sich über die neue Aufteilung. Die Kirche gibt rund 50 Quadratmeter ab. Das bisherige Kaminzimmer wird neuer KiTa-Raum, die bisherige, daran anschließende Küche zu Toiletten umgewandelt. Dafür planen Kirchengemeinde und KiTa gemeinsam einen knapp sechsstelligen Betrag für den Umbau ein, den Löwenanteil wird die KiTa unter Trägerschaft von
Diakonie und Bildung tragen.

Kirchsaal besser nutzen


Der Kirchensaal bleibt unangetastet und soll künftig öfter genutzt werden. Pastorin Antje Grambow: „Wir wollten den Kirchsaal unbedingt erhalten – auch für die Kinder, denn das ist „ihre Kirche““. Auch das Foyer – schon jetzt Begegnung zwischen Kirche und KiTa – soll weiter gemeinsam genutzt werden. Für Kleemann ist mit dem Umbau der langfristige Erhalt des Gemeindezentrums gesichert. Die erhöhte Miete der KiTa kann in den Unterhalt des Gebäudes gehen, dafür rückt die Kirchengemeinde etwas enger zusammen. „Wir müssen aber deshalb keine Veranstaltungen einstampfen“, beruhigt Pastorin Grambow. Wie schon vor sieben Jahren beim ersten Ausbau der KiTa wird ein Hamburger Architekturbüro den für Sommer 2016 geplanten Umbau gestalten. Arnhild Kleemann sieht nach dieser Lösung wieder positiv in die Zukunft ihrer Kirche: „Wir nutzen dann den Kirchsaal wieder mehr - ich denke, das war ursprünglich beim Bau 1973 auch so gedacht.“
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