Krippe mit Geschichte

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Die Holzfiguren sind ein Geschenk von Erich Honecker an Helmut und Loki Schmidt, die sie 1983 der Zachäus-Kirche überließen. Dort wurde für das Ensemble eigens eine Glasvitrine gebaut Foto: Werner Jesky/wb

Wie Holzfiguren der Zachäuskirche den Weg ins NDR-Fernsehen fanden

Langenhorn Es sind eigentlich zwei uralte Geschichten – die von der Krippe und die von der „Suche nach einer Herberge“. Im Zuge der Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Langenhorner Helmut Schmidt kamen sie jetzt wieder zutage – und bescherten einem hölzernen Kleinod sogar einen Auftritt im Fernsehen. Das Thema: die Krippe der Zachäus-Kirche. Die 13 handgeschnitzten Figuren plus Futtertrog stammen aus dem Erzgebirge und wurden 1983 an Helmut und Loki Schmidt verschenkt – und zwar von Erich Honecker, Generalsekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Für nach 1990 Geborene: das war der letzte Staatschef der DDR.

Loki Schmidt war die Krippe zu groß


An dieser Krippe wiederholte sich nun sinnigerweise die christliche Überlieferung von Maria und Josef, die keine Herberge fanden: Denn Loki Schmidt soll das Ensemble zu groß gewesen sein, weshalb die Schmidts ihm ihre „Herberge“ versagten. Sie vermachten die Figuren der für ihren Wohnort zuständigen evangelischen Gemeinde. Das blieb zunächst auf Schmidts Wunsch hin geheim. Erst nach der Wende 1989 kam die Wahrheit ans Licht. Eine von vielen schönen Erinnerungen an die prominenten Nachbarn. Deshalb kam jetzt das N3-Fernsehen nach Langenhorn und drehte einen kurzen Beitrag für das Hamburg-Journal. Zu Wort kam auch der damalige Pastor Rainer Schulenburg, der das Geschenk seinerzeit entgegengenommen hatte. Die volkstümlich-naive Schnitzkunst war nicht sein Fall: „Ich mag die Figuren eigentlich nicht“, sagte er dem Hamburg-Journal.

Bis Januar zu sehen


Gleichwohl – der Aufbau der Krippe ist fester Programmpunkt in Zachäus an jedem 1. Advent: „Dann packen wir die Krippe mit Kindern aus und stellen sie auf“, sagt der jetzige Pastor Oliver Spies. Wer die Krippe noch nie gesehen hat – sie steht noch bis Januar. (bcb)
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