Langenhorn: Rätsel um Altenheim-Betreiber

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Das Seniorenheim samt Wohnblock Foto: Kuchenbecker

Ehemaliges Röweland-Seniorenzentrum: Heimliche Kooperation von Cura und Jensen?

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Auf den Seiten eines Internetauftritts der Jensen-Vermögensverwaltung wird das Leben und Wohnen im Alter im Hamburger Norden angepriesen. Von dem Abschluss „separater Dienstleitungsverträge direkt mit dem Seniorenzentrum“ und der „Mitbenutzung der Süd-West-Terrasse des Seniorenwohnheims“ ist die Rede. Pikant: Die 51 Wohnungen befinden sich angrenzend zu dem ehemaligen Röweland Seniorenzentrum, das von der Jensen-Gruppe betrieben worden war und durch das Bezirksamt im Herbst 2016 aufgrund gravierender Mängel geschlossen wurde (das Wochenblatt berichtete). Seitdem hat die Cura das Seniorenheim übernommen (das Wochenblatt berichtete).

Neuer Träger wird suggeriert

„Die Homepage suggeriert Interessenten, dass auch eine Pflege vom neuen Träger Cura gewährleistet ist“, sagt Martina Schenkewitz, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Langenhorn Süd. „Mir, als Angehörige, ist bis dato nicht aufgefallen, dass der neue Betreiber Cura dies, laut Homepage von Jensen, ab Dezember 2016 leistet. Wahrnehmbar ist aber, dass Bewohner der Wohnungen an Spieleabenden und Feierlichkeiten teilnehmen und auch zu den Essenszeiten im Speiseraum anzutreffen sind. Wie dies auch finanziell zusammenpasst, ist mir nicht bekannt.“
Auch die CDU ist verwundert.

Hamburger CDU gibt sich kritisch

„Falls der Inhalt Tatsachen wiedergibt, muss ich als Christdemokrat die Ethik und Moral der Jensen-Gruppe mehr als in Frage stellen. Die CDU wird weiterhin kritisch hinterfragen, ob ein „Deal“ zwischen der Jensen-Gruppe und Cura-Gruppe stattgefunden hat und welche Rolle das Bezirksamt Hamburg-Nord und die zuständigen Fachbehörden hierbei spielten“, sagt Nizar Müller von der CDU-Langenhorn. Diese hat bereits fünf Kleine Anfragen und zwei schriftliche Kleine Anfragen zu dem Thema gestellt. Eine Nachfrage bei Bezirksamtsleiter Harald Rösler ergab, dass die Baumaßnahmen bekannt waren: „Das Bezirksamt war über ein Bauantragsverfahren über die geplante Schaffung von Wohnungen im Bilde. Es handelte sich aber nicht ausdrücklich um Senioren- oder Servicewohnen, sondern um ein Wohnungsangebot für jedermann.“ Ob und wie die Cura gemeinsam mit der Jensen-Gruppe weiterarbeitet, ließ sich bislang nicht klären.

Cura schweigt

Eine Anfrage bei der Cura in Berlin blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.
„Sicher ist es gerade für ältere Wohnungsmieter interessant, im Bedarfsfall auf ein breit aufgestelltes Serviceangebot in unmittelbarer Nachbarschaft zugreifen zu können. Ich gehe aber davon aus, dass die Mieter hier in der Auswahl ihrer entsprechenden Dienstleister frei sind. Das ist übrigens auch der entscheidende Unterschied zu Servicewohnverträgen“, führt Bezirksamtsleiter Harald Rösler weiter aus.

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