Langenhorn: Senioren fordern Einkaufsladen

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Wollen nicht länger hinnehmen, dass es keinen Nahversorger in ihrer Umgebung gibt: Inge Schippmann (v.l.), Lieselotte Lietz-Kofahl, Ingrid Baumann, Charlotte Büscher und Ingeborg Kuchel Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Dortmunder Str. 19 |

Rund um die Dortmunder Straße gibt es keinen Supermarkt oder Discounter. Es bleiben nur teure Taxifahrten

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Die Bewohner der Seniorenwohnanlage an der Dortmunder Straße sind verärgert: Wer im Bereich Service-Wohnen lebt, sich selbst versorgt, aber auf die Hilfe von anderen beim Einkauf angewiesen ist, ist aufgeschmissen. Denn in unmittelbarer Nähe gibt es keinen Supermarkt oder Discounter bei dem man sich mal schnell was holen könnte. Und das wird sich wohl so schnell nicht ändern. Rund 90 Wohnungen sind in der VHW Wohn-Anlage für Senioren eingerichtet worden. In einer von ihnen lebt Liselotte Lietz-Kofahl. Die 83-Jährige nimmt nur ab und zu an den Mahlzeiten in der Senioreneinrichtung teil. Die meiste Zeit über versorgt sich die Seniorin selbst. Dazu gehört auch die Erledigung des Einkaufes. Doch der ist nicht einfach zu bewältigen.

80 Euro Taxikosten

Seit der kleine Supermarkt am Käkenflur schloss, gibt es in der näheren Umgebung nichts, wo man einkaufen gehen könnte. Daher behilft sie sich anders. „Zweimal im Monat fahre ich mit dem Taxi zum Langenhorner Marktplatz“, so die Senioren. Dann packt sie den Kofferraum des Fahrzeugs mit ihren Vorräten voll. Jedes Mal zahlt sie rund 40 Euro für die Hin- und Rückfahrt; im Monat sind das allein 80 Euro. Doch die Seniorin möchte auf das Einkauferlebnis nicht verzichten. Denn sich etwas selbst auszusuchen, das bereitet einem Freude, findet auch Ingrid Baumann (81). Bei ihr erledigt eine Betreuerin den Einkauf, doch das sei nicht befriedigend. „Ich möchte auch gern mal einkaufen, die Sachen sehen. Sie anfassen. Mir den Appetit beim Einkaufen holen“, sagt die Bewohnerin weiter. Wer keine Verwandten hat, die mit einem einkaufen gehen, muss sich gedulden oder auf einen Lebensmittel-Lieferdienst ausweichen. Doch auch der habe einen Mindestbestellwert und man könne sich die Waren nicht aussuchen – da sind sich Ingeborg Kuchel (85), Inge Schippmann (85) und auch Charlotte Büscher (74) einig.

Aldi kommt erst Ende 2017

Der geplante Aldi-Markt an der Langenhorner Chaussee 579 lässt noch gut ein Jahr auf sich warten. Das wollen die Seniorinnen nicht länger hinnehmen. Sie wünschen sich eine Alternative zu dem großen Supermarkt in der Autowelt Langenhorner Chaussee/ Stockflethweg, den sie nicht fußläufig erreichen können; und mit dem Rollator in den Bus zwängen, scheidet für die meisten ebenfalls aus. Zu wenig Platz bemängeln sie. Die Senioren wünschen sich einen kleinen Einkaufsladen um die Ecke, der die täglichen Lebensmittel für sie bereithält – sie wünschen sich ihren Einkaufsladen im Käkenflur zurück.

Saga/GWG in der Pflicht

Das kleine Ladenzentrum am Käkenhof könnte wiederbelebt werden. Dazu sieht Nizar Müller aber auch die Vermieterin, die Saga/GWG in der Pflicht. Er wünscht sich eine Kompromissbereitschaft, die vorhandene Fläche von 800 Quadratmetern auf 1.200 Quadratmeter Verkaufsfläche aufzustocken, in der Hoffnung, einen neuen Mieter zu finden. Doch derzeit sieht es so aus, als ob sich die Senioren an der Dortmunder Straße einfach gedulden müssen. Der Langenhorner CDU-Politiker zeigt sich den Senioren gegenüber gesprächsbereit. Die wollen nun überlegen, ob sie weitere Maßnahmen ergreifen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Und so könnte schon bald eine Unterschriften-Aktion der Anwohner folgen.
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