Langenhorn: Vorlesung in Deutsch

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Hekmat (14, l.), Alina (M.) und Lisa (beide 13) bei der gemeinsamen Lesestunde mit Kindern des Hauses Zweistein Foto: Krause

Kinderhaus Zweistein und IVK-Schüler gestalten ihre Freizeit gemeinsam

Langenhorn Es ist schon ein paar Monate her, dass sich Fides Schöner, bei der Fritz Schumacher Schule verantwortlich für die rund 100 Schüler der „Internationalen Vorbereitungsklassen“ – kurz „IVK,“ an die Leser des Wochenblatts wandte, um sie zu bitten, sich bei ihren Schülern als Lesepate zu engagieren.

Große Resonanz

Der Aufruf stieß auf große Resonanz. Senioren und IVK-Schüler erobern seither mit Begeisterung Seite um Seite die deutsche Sprache. Durch die räumliche Nähe der IVK-Klassen mit dem „Kinderhaus Zweistein“ ergaben sich nicht nur Kontakte der verantwortlichen Pädagogen sondern auch der Jugendlichen mit den Kindern. „Zwischen den ‚normalen‘ Schülern und unseren Kindern gab und gibt es wenig Berührungspunkte“, so Heike Pallentin, Geschäftsführerin des gemeinnützigen Trägers des Kinderhauses, „dafür ist aber offensichtlich die Bindung der Jugendlichen zu Kindern in den Herkunftsländern der IVK-Schüler enger, als bei uns in Deutschland üblich.

Gemeinsame Zirkusvorstellung

Aus den ersten schüchternen Kontakten erwuchsen so Gemeinsamkeiten. Einer der Höhepunkte der Zusammenarbeit war eine umwerfende Zirkusvorstellung, die IVK-Schüler für unsere Kinder eingeübt haben.“ Im Kinderhaus Zweistein ist Mitverantwortung und Mitsprache gelebte Wirklichkeit. Es gibt deshalb keine Trennung nach Krippen- und Elementarbereich, sondern jedes ältere Kind übernimmt als Pate Mitverantwortung für einen jüngeren „Zweistein“. In regelmäßig stattfindenden Kinder-Konferenzen fordern die Kinder selbstbewusst ihre Rechte ein und diskutieren lebhaft anstehende Fragen. Klar, dass so ein Demokratieverständnis abfärbt und die Wahl von Klassensprechern in den IVK-Klassen sehr ernst genommen wird. „Wir haben eigentlich nichts verstanden“, klagten einige Zweistein-Kinder, nachdem erstmalig IVK-Schüler ihnen stolz aus Kinderbüchern vorgelesen hatten. „Wir mussten sie ermutigen, den Leseanfängern eine zweite und dritte Chance zu geben“, berichtet Sarah-Lena Klingelhöller vom Kinderhaus, „das haben unsere Kinder gut verstanden. Heute freuen sie sich schon immer auf den Tag, an denen ihnen die „Großen“ von nebenan vorlesen.“ Lisa und Alina (beide 13) aus der Ukraine und Hekmat (14) aus Afghanistan waren bei schönstem Sommerwetter in der letzten Woche „dran“ und lasen Zweistein-Kindern die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben und lesen konnte vor. „Das hat wieder richtig Spaß gemacht“, war das einhellige Urteil. (fjk)
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