Langenhorner Geschichte bewahren

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Erwin Möller besitzt Unmengen an historischem Material über Langenhorn Foto: oj
 
Auch die Postkarten im Ordner hat Möller digitalisiert Foto: oj

Erwin Möller ist der Hüter des Langenhorner Archivs und sucht einen Nachfolger

Von Olaf Jenjahn
Langenhorn
Das kleine, rund 14 Quadratmeter große Zimmer ist voll mit Ordnern, Zeitschriften, Karten und Bildern. Auf einem Computer lagern unzählige Dateien, die haptischen Bestände sind hier auch in digitaler Form verfügbar. „Im Keller habe ich noch viel mehr Material“, sagt Erwin Möller. All diese gesammelten Werke erzählen die Geschichte des Stadtteils Langenhorn. Möller hat in
30 Jahren ein umfangreiches Langenhorn-Archiv aufgebaut.

Jahrzehntelanger Aufbau

Angefangen hat seine Leidenschaft Mitte der 1980er-Jahre. „Da wurde ich Mitglied im Heimatverein und fragte den 1. Vorsitzenden nach dem Archiv. ‚So was haben wir nicht‘, meinte er und übergab mir zwei Ordner und ein paar Dias“, erzählt der 81-Jährige. Das vorgefundene Material faszinierte ihn aber und so nahm das Ganze seinen Lauf. „In meiner freien Zeit, bis zu meiner Rente hatte ich nur eine Vier-Tage-Arbeitswoche, klapperte ich viele Antiquariate ab und fuhr teilweise bis nach Mecklenburg-Vorpommern.“ Das Archiv nahm nach und nach Gestalt an. „Mein Fundus wuchs. Mit Ausstellungen wollte ich Leute locken, mir ihr Material zugänglich zu machen. Doch das klappte nicht wie erhofft“, erinnert sich der Hobby-Archivar. Also drehte er den Spieß um und bot seine Fotos den Besuchern der Ausstellung an. Zum Tausch. Das funktionierte. Um an seine Reproduktionen der Bildbestände, die teilweise bis in das Jahr 1850 zurückreichen zu kommen, wurde getauscht. „Es wurde sich an die Oma erinnert, die noch Bilder aus alten Zeiten hatte“, sagt Möller mit einem Lächeln.

Tausende Fotografien

Über den Zeitraum von nun mehr als 30 Jahren hat sich ein wahrer Datenschatz angesammelt. Erwin Möller hat mehr als 1.340 Diapositive, mehr als 20.000 Fotografien, Reproduktionen und Negative (sowie die dazugehörigen Abzüge in der Größe von 10 x 15 cm), 630 amtliche Karten und rund 640 Sachbücher zusammengetragen, die sich alle mit dem Ortsteil beschäftigen. „Und dennoch bin ich immer noch überrascht, wenn ich neue Bilder erhalte“, sagt er.

Geehrt für sein Engagement

Großes Interesse erfahren auch seine Vorträge und Ausstellungen. „Ich bin erfreut darüber, dass auch Schulkinder sehr an der Geschichte interessiert sind und sehen möchten, wie ihr Areal früher einmal ausgesehen hat“, sagt Möller. Für sein Engagement erhielt Möller 1999 den Portugaleser des Zentralausschusses Hamburgischer Bürgervereine von 1886. Hier sind die Bürger-, Heimat- und Kommunalvereine der Hansestadt organisiert. 2013 erhielt Erwin Möller den Hamburger Bürgerpreis. Mindestens 100 Jahre alt möchte Erwin Möller werden und wünscht sich dafür natürlich Gesundheit. Auch, damit er seinem wahrhaft historischen Hobby noch lange nachgehen kann. „Gern würde ich mein Archiv rechtzeitig jemanden übergeben, der es mit genauso viel Hingabe und Herzblut führt, wie ich es mache“, sagt Möller.

Wer Interesse daran hat, kann über die Webseite www.langenhorn-archiv.deKontakt zu Erwin Möller aufnehmen
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