Langenhorner Jugend auf Spurensuche

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Bernd Brunhöver (Mitte) im Interview: Er erzählt den Schülerinnen und Schülern des Fotoprojekts von dem Festakt, bei dem er einen Baum pflanzte Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Tangstedter Landstraße 221A |

Fritz-Schumacher-Schüler befragen alteingesessene Bürger – und erfahren tolle Geschichten

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Wie erarbeitet sich man einen Stadtteil am besten? Klar, indem man die Menschen, die dort leben kennenlernt und sich Institutionen und Begebenheiten vor Ort genau anschaut. 15 Schüler der Internationalen Vorbereitungsklasse der Fritz-Schumacher-Schule haben dies jetzt gemeinsam mit der Fotokünstlerin Kristine Thiemann getan. Im Rahmen des Foto-Dokumentations-Projekts ging es für die Kinder einen Tag lang auf Erkundungstour durch die Fritz-Schumacher-Siedlung. Dabei lernten sie Bernd Brunhöver (79) kennen, der ihnen Rede und Antwort zu einem ganz besonderen Anlass für die Börner stand.

Doku mit Bild und Ton

Am 22. März 1954, am Tag des Baumes, pflanzte der damalige Schüler der Fritz-Schumacher-Schule auf dem ehemaligen Schulwaldgelände (heute Wördenmoorweg) einen in die Erde. Damals war er gerade sechs Jahre alt. Vor dem heute riesigen Baum gibt er den Kindern bereitwillig ein Interview, erzählt von den Waldbäumen, dem großen Festakt zu dem sogar Gäste aus Mölln gekommen waren und lässt sich in einer weißen „Fotobox“ fotografieren. Das gehöre alles zum Projekt, sagt Thiemann, alles werde dokumentiert – mit Ton und Bild. Denn die Kinder mit Migrationshintergrund sollen etwas über ihren Stadtteil erfahren. Ihn entdecken. Während der 13 Jahre alte Zaidan fleißig mit dem Fotoapparat die Stimmung einfängt, bereitet sich auch Sonja Setzepfand vor. Die Anwohnerin hat für die Projektgruppe den Tag mit organisiert und führt die Gruppe weiter. Durch die Siedlung, entlang von vielen Gärten, über den Immenhöven mit seinen Kirschbäumen bis zu Familie Zimmer geht es. Hier werden die nächsten Interviews geführt. Aber nicht bevor sich der Tross mit Getränken gestärkt hat.

Ausstellung im Mai

Hanne und Klaus Zimmer wohnen seit mehr als 30 Jahren in der Siedlung. Das bringt Rolyana (12) beim Interview in Erfahrung. Das Mädchen aus Syrien nimmt sich Zeit, um viel von Klaus Zimmer zu erfahren. Und während die Mitschüler die mitgenommene Fotobox aufstellen, nutzt der eine und andere Projektteilnehmer bereits den Kletterbaum. Denn der ist mit Leiter und Schaukel schon etwas Besonderes. Fotografin Thiemann arbeitet bereits seit Jahren am „Metropolen“-Projekt. Sie startete 2016 im Norden Hamburgs. Außer der Projektwoche wird es auch eine Ausstellung mit bis zu vier Fotos und den Kindern geben. Die sei für Mai geplant, der Ort möglicherweise die Außenstelle des Bezirksamtes in Langenhorn. Das Projekt wird durch die Unterstützung der Heinrich-Hertz-Stiftung und des Bezirksamtes Hamburg-Nord möglich.
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