Langenhornerin lebt in Angst

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Saskia da Luz wurde in ihrem Garten angegriffen. Die Polizei vermutet, dass sie Einbrecher überraschte Foto: mdt

Im Visier von Einbrechern? Mann am Fenster, Angriff im Garten

Von Marco Dittmer
Langenhorn
Der Schock steht Saskia da Luz noch ins Gesicht geschrieben. Seitdem die 26-jährige Langenhornerin vor zwei Wochen in ihrem Garten überfallen worden ist, leben sie und ihre Mitbewohnerin Melanie Paul, 33, in Angst. Scheinbar haben Einbrecher die Wohnung der beiden jungen Frauen im Visier. Seit vier Monaten leben Saskia da Luz und Melanie Paul in der Wulffschen Siedlung in Langenhorn. Doch statt sich auf ihrer großen Terrasse mit Garten zu entspannen, haben sie Angst, sichern ihre Türen mit Alarmanlagen, schauen jeden Passanten prüfend an. Der Überfall kam trotzdem überraschend: Saskia da Luz will gerade den Müll rausbringen. Sie verlässt die Wohnung über die Terrasse, geht durch ihren Garten ums Haus herum Richtung Mülltonnen. Als sie um die Ecke biegt, ein Knall, dann ist alles schwarz, keine Erinnerungen. Als sie wenig später aufwacht, ist ihr Gesicht blutüberströmt, sie liegt auf dem Boden, von den Kopfschmerzen ist sie ganz benommen. „Die Polizei geht davon aus, dass ich Einbrecher überrascht haben muss,“ sagt da Luz. Der halbkreisförmige Abdruck auf ihrer Stirn könnte von einer Brechstange stammen, sagen ihr Mitarbeiter der Rechtsmedizin, die sie nach dem Angriff untersuchen. Eine Narbe wird bleiben. Polizei und LKA haben in dem Fall die Ermittlungen übernommen, sicherer fühlen sich die beiden Frauen dadurch aber nicht. Denn es ist nicht der erste Vorfall: Ein paar Wochen nach dem Einzug steht plötzlich ein Mann auf ihrem Grundstück, lehnt sich an die Fenster, um genau zu sehen, was sich in der Wohnung befindet. Später will eine Nachbarin eine Markierung für Einbrecher auf der Hausnummer entdeckt haben. Dann, einen Tag vor dem brutalen Angriff vor zwei Wochen, beobachtet da Luz, wie ein Unbekannter einen Giftköder über die Hecke in ihren Garten wirft. Sie kann gerade noch verhindern, dass ihre Katze Lilli das Hackbällchen mit Reiszwecken frisst. Wollten Einbrecher mit dem Giftköder etwa die Hunde der beiden ausschalten, bevor sie zuschlagen? „Diese Methode konnten wir bei anderen Einbrüchen bisher nicht beobachten“, sagt eine Polizeisprecherin dazu. Die Kriminalstatistik zeigt dagegen einen beunruhigenden Trend in Langenhorn. Im vergangenen Jahr wurden 188 Wohnungseinbrüche gezählt, 27,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Dem gegenüber steht die niedrige Aufklärungsquote der Polizei, die in 9,3 Prozent aller Fälle einen Täter fasst. Mitbewohnerin Melanie Paul setzt der Vorfall am meisten zu. „Ich konnte noch Tage später kaum schlafen. Als ich vor kurzem die Terrassentür zum Lüften für einige Minuten öffnete, habe ich ein Messer zum Schutz in die Hand genommen“, sagt die Verkäuferin. Die Tür ist jetzt alarmgesichert. Wegziehen wollen die beiden Frauen nicht, sie bleiben wachsam.
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2 Kommentare
7
Lao Tao aus Rahlstedt | 06.11.2016 | 18:16  
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Lao Tao aus Rahlstedt | 06.11.2016 | 18:16  
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