Markant-er Schlusspunkt

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Für den Nahversorger Markant geht am Käkenhof eine 13-jährige Geschichte zu Ende Foto: Biehl
 
Das Gasthaus Tomfort schließt Ende des Jahres Foto: Biehl

Käkenhof: Supermarkt schließt im November. Aldi will bei Tomfort bauen

Von Bert C. Biehl
Langenhorn
Für die Nahversorgung im Quartier rund um den Käkenhof ist es zunächst eine Hiobsbotschaft: Der Markant-Supermarkt schließt am 28. November. Gleichzeitig bahnt sich eine neue Entwicklung auf dem benachbarten Grundstück des Hotels Tomfort an. Das Haus schließt nun endgültig zum 31. Dezember. Die Discounter-Kette Aldi-Nord mit Sitz in Essen hat das Gelände erworben und einen Bauantrag für einen Supermarkt gestellt. Das Bezirksamt will noch in diesem Jahr zustimmen und das Bauvorhaben im nichtöffentlich tagenden Bauausschuss vorstellen. Tomfort-Chef Wolfgang Kühn: „Ich hätte das Haus gern erhalten, aber meine Kinder wollten nicht übernehmen.“ Kühn ist jetzt 70.
Für den zur Kieler Unternehmensgruppe Bartels-Langness („famila“) gehörenden Markant-Markt geht eine 13-jährige Geschichte an diesem Standort zu Ende. Die Verkaufsfläche von rund 800 Quadratmetern sei für heutige Ansprüche zu klein und nicht mehr wettbewerbsfähig, erklärte Markant-Geschäftsführer Frank Hachmann auf Wochenblatt-Nachfrage. „Es ist traurig, dass es zu dieser Schließung kommt. Wir haben sehr lange an dem Standort festgehalten und Möglichkeiten zur Erweiterung und Modernisierung geprüft.“ Allerdings spielt in diese Diskussion auch hinein, dass „eine Erweiterung der Verkaufsflächen des Markant-Marktes nach geltendem Planrecht unzulässig ist“, wie Bezirksamtsleiter Harald Rösler jetzt den Abgeordneten des Regionalausschusses mitteilte. Bei einer von Markant angestrebten Verdoppelung der Verkaufsfläche gehöre der Markt „nicht mehr in die im ‚Allgemeinen Wohngebiet‘ zulässige Kategorie.
Für die scheidende Quartiersmanagerin Rixa Gohde-Ahrens kommt die Schließung zur Unzeit: „Zum Ende einer Quartiers-Förderungsphase ist das nicht ideal.“ Ende des Jahres läuft das Programm des Senates für das Quartier Essener Straße aus. Der nächste erreichbare Supermarkt befindet sich zwar nur einen Kilometer entfernt im Wichert-Komplex am Bahnhof in Ochsenzoll, aber „das ist gerade für Ältere auch schon ziemlich weit“, so Gohde-Ahrens.

Versteckter Käkenhof


Das kleine Ladenzentrum am Käkenhof stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Etliche Läden und sogar ein Wochenmarkt scheiterten. Ein erster Supermarkt gab auf, danach stand dieser Laden jahrelang leer, bis 2002 Markant einzog. Das Bezirksamt sieht einerseits die versteckte Lage des Käkenhofs als Ursache, sieht andererseits aber auch den Vermieter, die SAGA-GWG, in der Pflicht: Sie sei „erforderlicher Partner und Schlüsselakteur für ein gemeinsames Zukunftskonzept, das nur entwickelt werden kann, wenn sie proaktiv und gestaltend mitwirkt“, so Bezirksamtsleiter Harald Rösler. An der Langenhorner Chaussee gilt ein anderes Planrecht als am Käkenhof. Deshalb kann jetzt Aldi dort einen großen Supermarkt errichten. Nach Informationen des Wochenblatts soll auf dem Tomfort-Gelände ein zweigeschossiger Flachdachbau mit Markt und Wohnungen gebaut werden.
Die Verkehrsführung soll diesmal anders gestaltet werden als noch vor drei Jahren, als eine Bürgerinitiative die Ansiedlung eines Lidl-Marktes verhinderte. Statt wie damals den Verkehr durch die Bergmannstraße zu führen, soll jetzt die Sackgasse Tückobsmoor zur Langenhorner Chaussee hin geöffnet werden. Peter Vieth von der Initiative „Keine Zerlidlung des Käkenflurs“ ist mit den ersten Informationen zufrieden: „Offenbar sind unsere Kritikpunkte gehört worden.“
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1 Kommentar
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Mario H. aus Langenhorn | 03.10.2015 | 11:03  
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