Mmmh, leckere Spenden!

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Brigitte (l.) und Macice (re.) kochten gemeinsam mit dem Gast aus Indien Chicken-Curry mit Lemon- sowie Biryani Reis Foto: fjk
 
Mit Joseph Thamby Mula freuen sich Ralf Pöhler, Tim, Marvin, Luca, Brigitte und Gabi Röhrig (v.l.n.r) Foto: fjk

In Langenhorn wurde zugunsten des Indien-Projektes „Helping Hands“ gekocht

Langenhorn „Es schmeckt einfach toll, wenn Gabi Röhrig mit ihrer 8c kocht“, Ralf Pöhler, der Leiter der Fritz-Schumacher-Schule, ist begeistert von den Kochkünsten der jungen Lehrerin und ihrer Klasse. Aber nicht nur er. Denn seit rund einem Jahr kochen Schüler und Lehrerin immer dann, wenn das gesamte Kollegium tagt. Dafür zahlt jeder Lehrer seinen Obolus. Der Überschuss geht aber nicht in die Klassenkasse, sondern nach Indien – genauer: das Geld ist für „Helping Hand“ eine kleine, gemeinnützige Organisation in Vijayawada im südöstlichen Bundesland Andhra Pradesh. Das gehört zu den ärmsten indischen Bundesländern. Besonders die Situation der „Dalits“ der „Unberührbaren“ ist erbärmlich. „Tatsächlich hält sich die uralte Einteilung in Kasten weiterhin in der gesellschaftlichen Mentalität Indiens, obwohl sie offiziell durch das Grundgesetz im Jahre 1950 abgeschafft wurde“, berichtet Joseph Thamby Mula. Der indische Priester versucht seit 2006 diesem Elend entgegenzusteuern. Schritt für Schritt hat er eine eigenständige Organisation aufgebaut, die heute gut 300 Kindern Unterkunft und Bildung und somit eine menschliche und berufliche Perspektive anbietet. Dabei spielt Geschlecht und Religionszugehörigkeit keine Rolle. Die Unberührbaren sind fast ganz von „normalen“ Berufen ausgeschlossen. Sie haben keine Chancen des sozialen Aufstiegs. Diese Situation erzeugt eine hohe Zahl von Problemkindern. Es gibt viele Kinder, die auf der Straße leben müssen. Sie sind oft Objekte verschiedenster Formen der Ausbeutung.
Als Joseph Thamby Mula, der Gründer von „Helping Hands“, der Weisung seines Bischofs folgte und eine Kaplansstelle am Millstätter See in Kärnten antrat, behielt er die Leitung der Einrichtung in der Heimat bei. „Wozu gibt es Skype und E-Mails? Meinen Jahresurlaub, den mache ich natürlich auch in Vijayawada“, so das 165 cm große Energiebündel.
In der Kirche von Millstatt kreuzten sich erstmalig seine Wege mit denen Gabi Röhrigs, Lehrerin an der Fritz-Schumacher-Schule, die dort auf „Heimaturlaub“ war. Als sie von dem Bildungsprojekt erfuhr, beschloss sie spontan, mit ihrer Klasse in Hamburg das Thema zu behandeln. Die Klasse war begeistert, helfen zu können und noch mehr begeisterte sie, dass Joseph Thamby Mula sie besuchte, um mit ihnen zu kochen. „Ich bin natürlich kein ausgebildeter Koch und koche, wie ich es daheim gelernt habe. Aber bestimmt macht es einigen Hamburgern Spaß, mein Rezept einmal selbst auszuprobieren“, so der Kärntener aus Indien.
Für die Klasse 8c galt das auf jeden Fall – mit fast ungläubigem Staunen sahen die Jungköche zu, wie der kleine Mann zwischen den Kochtöpfen herumwirbelte. „Es schmeckt wie bei meiner Mutter“, erklärte eine junge Langenhornerin mit indischen Wurzeln. Ein größeres Kompliment gibt es nicht. Für den „Koch“ aus Indien brachte die Reise nach Hamburg ebenfalls ein tolles Ergebnis: 1.039,90 Euro bekam er von den Schülern für sein Projekt. Nach dem ersten Kontakt sind sich Schulleitung und Schüler einig – „Helping Hands“ ist ein Projekt, für das man sich auch zukünftig engagieren möchte. Und Chefkoch Joseph, der ist an der Fritze jederzeit wieder herzlich willkommen. (fjk)


Rezept für Indisches Chicken-Curry:
500 g Hühnerbrustfilet
100 g Naturjoghurt
1 TL Kurkuma, gemahlen,
1/2 TL Salz,
1 TL rotes Chilipulver
1 TL Currypulver
3 Zwiebeln
5 EL Öl,
3 EL Ingwerpaste (selbstgemachte Paste: Ingwer schälen, pürieren und mit zerdrücktem Knoblauch vermengen, mit etwas Kurkuma verfeinern – hält kühl gelagert einen Monat lang!)
2 Tomaten
3 EL Gewürzmischung Garam Masala (Gewürzmischung bestehend aus Kardamom, Koriander, Chili, Kümmel, Muskatnuss, Nelkenpulver, Anis)
ca. 160 ml Wasser
2 EL Kokosraspel

Das Fleisch in Streifen schneiden und im Joghurt einlegen. Kurkumapulver, Salz, rotes Chilipulver und Currypulver dazugeben. Zwiebeln schälen, in Würfel schneiden und im Öl anbraten. Die Ingwerpaste zugeben und kurz mitbraten. Das in Joghurt und Gewürzen eingelegte Fleisch zugeben. Außerdem die in Stücke geschnittenen Tomaten und die Gewürzmischung Garem Masala hinzufügen. Alles zusammen ca. 20 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln lassen, bis das Hühnerfleisch gar ist. Wenn das Curry zu trocken ist, während des Garvorganges ein bisschen Wasser hinzufügen, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Am Ende mit 2 EL Kokosraspel verfeinern. Mutig die Zutaten variieren. Mögliche Schärfe mit Joghurt abmildern!

Lemon-Reis:
1 Becher Basmati-Reis
2 Becher Wasser
Salz
2 Zitronen
80 g Erdnüsse
1 EL Öl
etwas Kurkuma

Reis im Sieb gut waschen, bis das Wasser klar ist. (Das Kleben des Reises wird damit verhindert!) gewaschenen Reis, Wasser und wenig Salz in einen Kochtopf geben. Wasser zum Kochen bringen, dann Hitze reduzieren und Reis bei niedriger Temperatur ausquellen lassen. Gekochten Reis in eine Schüssel geben. Zitronen auspressen und unter den gekochten Reis mischen. Erdnüsse in wenig Öl rösten, mit etwas Kurkuma abschmecken und zum Reis geben.

Biryani-Reis:
1 Becher Basmati-Reis
2 Becher Wasser
2 Lorbeerblätter
1 TL Muskatblüte
1/2 TL Kümmel
1 Zimtstange
1/2 Sternanis
1/2 TL schwarze Kardamom
1/2 TL Kurkuma
Salz
1 EL Öl
1 große Zwiebel
2 EL Öl
1/2 Bund frischen Koriander

Reis im Sieb gut waschen, bis das Wasser klar ist. (Das Kleben des Reises wird damit verhindert!) gewaschenen Reis, Wasser sowie alle Gewürze in einen Kochtopf geben. Wasser zum Kochen bringen, dann Hitze reduzieren und Reis bei niedriger Temperatur ausquellen lassen. Fertig gekochten Reis in eine Schüssel geben. Zwiebel in Stücke schneiden und scharf anbraten. Gebratene Zwiebeln über den fertig gekochten Reis geben. Koriander fein hacken und den fertigen Reis damit bestreuen.
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