Montessori Tagesstätte feiert 50 Jahre

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Freuen sich auf ein fröhliches Familienfest. Kaja Kegat (geb. Briel) und Kita-Leiterin Renate Latus Foto: Krause

In Langenhorn wurde aus dem katholischen Kindergarten ein Kita

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn
Auf 50 Jahre besonders quirliges Treiben kann die katholische Kirche am Tannenweg dieser Tage zurückblicken. Die Schule zog 1966 in ein neues Gebäude am Eberhofweg um, hier wurde dann Anfang November des gleichen Jahres der erste, damals von Schwester Roberta, einer Nonne, geleitete katholische Kindergarten des Stadtteils eröffnet. Zwei Gruppen zu je 20 Kinder wurden von zwei Erzieherinnen, einer Kinderpflegerin und einer Mithelferin unter der Leitung von Schwester Roberta vormittags betreut. 1969 übernahm Schwester Birgit Bothe die Leitung der Einrichtung. Sie führte die Montessori-Pädagogik ein und war bis zu ihrer Pensionierung 2007 über Jahrzehnte „das“ Gesicht des Kindergartens. Mit dem Neubau 2011 der Einrichtung an der gleichen Stelle änderte sich das Konzept – aus dem „Kindergarten“ wurde eine „Kindertagesstätte“. War über Jahrzehnte die ganztägige Betreuung von Kindern in wertkonservativen Kreisen als zweifelhafte Errungenschaft der DDR angesehen worden, bot nun auch die katholische Kirche in Langenhorn Ganztagsbetreuung an. Gleichzeitig wurde die Kapazität deutlich erweitert. Renate Latus, die die Leitung von Schwester Birgit übernommen hat, ist heute mit einem Stab von zehn pädagogischen und vier sonstigen Mitarbeitern für 72 Kinder zuständig, die in zwei Elementar- und zwei Krippengruppen betreut werden. Nach wie vor ist es die Montessori-Pädagogik, die diesem Kindergarten gemeinsam mit seiner Schwestereinrichtung am Schmuggelstieg in Ochsenzoll im Stadtteil von anderen Kita’s unterscheidet. „Ich bin noch in der ‚Vor-Montessori-Ära‘ dort im Kindergarten gewesen“ erinnert sich Michael Steinfeld (36) im Gespräch mit dem Wochenblatt „als ich in der 9. Klasse bei Schwester Birgit ein zweiwöchiges Praktikum machte, fiel mir schon auf, dass sich einiges geändert hat. Ich habe mich als Kind am Tannenweg sehr wohl gefühlt. Da war es für meine Frau und mich klar, dass wir unseren Sebastian (1 1/2) auch in dieser Kita anmelden werden, obwohl es heute in unserer unmittelbaren Nähe auch Angebote mit gutem Ruf gibt.“ Denn bedingt durch staatliche Vorgaben sind Kitas förmlich wie Pilze aus dem Boden geschossen. 514.206 Erzieherinnen und Erzieher gab es 2015 in Deutschland – 71 Prozent mehr als 2002! Eine davon ist Kaja Kegat. Sie und ihre Brüder haben, wie Michael Steinfeld, ihre ersten Erfahrungen mit der Kita der Heiligen Familie als Kind gemacht. Nach dem Studium der Erziehungswissenschaften und pädagogischen Erfahrungen in der Vorschularbeit ist sie wieder in „ihrer“ Kita gelandet und leitet seit neun Jahren eine Gruppe im Elementarbereich. Klar, dass auch ihr Sohn im Schatten des Kirchturms seine Kita-Zeit verbrachte. „Was ich hier besonders schätze“, so Kaja Kegat „ist der Umgang miteinander. Gemeinsam mit den Eltern und ihren Kindern fühlen wir uns als eine große Familie.“
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