Mut-Camp hilft jungen Flüchtlingen

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Airin, Toupè und Oliwia (v. l.) und Coach Natalie Rappert (2.v.r.) Foto: Haas

Projekt fördert junge Geflüchtete. Mit Teach First zum Schulabschluss

Von Waltraut Haas
Langenhorn
Zwei Jahre lang haben sie zusammen geackert. Und anders als befürchtet, schafften sie eine wichtige Hürde in ihrem Leben: den Hauptschulabschluss (ESA). Erleichtert erzählen Airin (15) mit iranischen Wurzeln, Oliwia (17) aus Polen und Toupè (17), der vor zwei Jahren aus Guinea nach Hamburg kam. „Anfangs war ich so mutlos. Natalies Coaching hat mir dann geholfen. Aber bis zum ‚Mut-Camp‘ konnte ich mir nicht einmal vorstellen, wie ich die ESA-Prüfung schaffen sollte.“ Diplom-Psychologin Natalie Rappert unterstützte Jugendliche internationaler Herkunft in den letzten zwei Schuljahren an der Fritz-Schumacher-Schule. Als „Fellow“ des Projekts Teach First war sie hier im Einsatz. Zudem initiierte sie mit den Kollegen-Fellows Freda von der Decken und Philipp Arlt das „Mut-Camp“ im vergangenen April. Dort trainierten die Teenies intensiv all das, woran eine Prüfung scheitern könnte: Sie schlossen fachliche Lücken in Mathe, Deutsch oder Englisch. Und sie übten: Mut und Selbstvertrauen. „Das gehört ja zu einer mündliche Prüfung“, sagt Airin. „Im Mut-Camp lösten wir verschiedene Aufgaben. Mir hat etwa das Training in lautem Sprechen richtig gut geholfen.“

Erst Abi dann Studium


Die 15-Jährige möchte weitermachen: Der mittlere Schulabschluss steht in einem Jahr an, dann rückt das Abi näher, das Ticket für ihr Ziel, Rechtsanwältin zu werden. Oliwia schwebt vor, als Krankenschwester zu arbeiten. Mitschüler Toupè ist noch nicht sicher. „Am liebsten würde ich in einem Büro arbeiten. Und in einem Beruf, den man überall auf der Welt ausüben kann.“ Die erste Hürde zum Traumberuf haben die Jugendlichen jedenfalls geschafft. Zu Ferienbeginn feiern sie noch Abschied von Natalie. „Sie war einfach super“, attestieren die Teenies. Die Diplom-Psychologin erwidert das Lob. Bei der Arbeit mit ihren acht Schützlingen im Coaching und mit den 23 Schülern in der Klasse hatte sie viel Spaß. „Ich hab tolle junge Menschen aus immerhin zehn Nationen kennenglernt“, sagt sie. Die Erfahrung habe sie bestärkt, künftig weiter mit jungen Geflüchteten zu arbeiten. Und sie verspricht ein Wiedersehen an der Fritz-Schumacher-Schule: spätestens zum mittleren Schulabschluss im nächsten Jahr.

Info über das Projekt: Teach First, Mut-Camp 2016
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