Neue Tafel Kiwittsmoor sucht Mitstreiter

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Premiere: Ingrid Ernst (r.) und ihre fleißigen Helfer bauen erstmals die Kisten im Gemeinschaftsraum der Asylbewerberunterkunft Kiwittsmoor auf Foto: Blume

Die elfte Zweigstelle der Norderstedter Tafel braucht dringend ehrenamtliche Helfer

Von Claudia Blume
Langenhorn
Am Freitag startete die Norderstedter Tafelauf dem Gelände der Asylbewerberunterkunft Kiwittssmoor mit ihrer elften Ausgabestelle. Neugierig scharrten sich die Kinder um den weißen Lkw und beobachteten interessiert, wie Helfer viele Kisten mit Lebensmitteln in die Gemeinschaftsräume trugen. Währenddessen bildete sich eine Schlange Bedürftiger vor der Tür, die geduldig warteten, um sich und ihre Familien mit Brot, Fleisch, Gemüse, Obst, Milch und Joghurt zu versorgen. Auch Schokolade und Chips gab es zur Freude der Kleinen; Blumensträuße zauberten den Frauen ein Lächeln ins Gesicht. Jeder mit einer großen Tragetasche bepackt, verließen die Syrer Aiham und Ahmad den Container und freuen sich über ihre „Schätze“. Bisher sind sie jeden Mittwoch mit Bahn und Bus nach Langenhorn gefahren. „Unsere Ausgabestelle im Wördenmoorweg platzt aus allen Nähten – wir haben dort derzeit rund 300 Kunden und sind froh, nun am Kiwittsmoor etwa 80 Menschen versorgen zu können“, erklärt Tafel-Leiterin Ingrid Ernst. „Zudem sind wir am Freitag mit vier Fahrzeugen unterwegs und erhalten deutlich mehr Nahrungsmittelspenden als an anderen Tagen, die wir verteilen können.“ Jede Woche sammeln etwa 160 ehrenamtliche Helfer in Norderstedt, Langenhorn, Schnelsen, Hummelsbüttel, Tangstedt, Ellerau und Henstedt-Ulzburg 14 Tonnen Lebensmittel bei Händlern und Herstellern ein, um sie an rund 1000 Menschen weiterzugeben.

Vieles würde im Müll landen


Die pensionierte Lehrerin Susanne ist überzeugt von der Tafel-Idee und eine der neuen Helfer am Kiwittsmoor. „Man kann doch nicht immer nur die anderen machen lassen, zumal diese Arbeit notwendig ist“, sagt sie und hat auch ihren Mann Kurt sowie ein befreundetes Ehepaar aktiviert mitzumachen. Die 72-Jährige erschreckt die Lebensmittelmenge: „Unglaublich, was alles im Müll landen würde, obwohl es noch verwertbar ist.“ Nun führt sie Hilfsbedürftige an den prall gefüllten Kisten entlang, kommt mit Syrern, Irakern, Afghanen ins Gespräch – mal auf Deutsch, mal auf Englisch „und zum Abschied gibt’s von allen ein strahlendes Lächeln.“

Für die neue Ausgabestelle am Kiwittsmoor sucht die Norderstedter Tafel dringend freiwillige Helfer. Interessenten melden sich unter Telefon 040/525 26 36 oder im Internet unter www.norderstedter-tafel.de
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