Neuer Anschub für Stadtteilkonferenz in Langenhorn

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Sabrina Seidensticker, Joachim Tröstler, Jutta Kirchhoff sowie Dr. Ronnie Peplow, Langenhorns „Stadtteilpate“, und ebenfalls Mitarbeiter des Bezirks Nord (v.l.) haben, gemeinsam mit Philipp Noß vom „Stadtteil-Arbeitskreis-Langenhorn“ das Mandat erhalten, den Gedanken einer Stadtteilkonferenz voranzutreiben Foto: fjk

Zwischen Applaus und Skepsis

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn
Von vielen der 43.000 Langenhorner unbemerkt, trifft sich seit Jahren der „Stadtteil-Arbeitskreis-Langenhorn“. Im weitesten Sinne sind dies Menschen, die bei unterschiedlichsten Betreuungs-, Beratungs- und Bildungsanbietern im Stadtteil tätig sind. Ebenfalls vertreten sind Kirchengemeinden, Polizei, Bezirksamt, Schulen, Mitarbeiter von Asylunterkünften und Kitas. In diesem Kreis wurde der Bedarf für eine zusätzliche Institution im Stadtteil identifiziert: die Stadtteilkonferenz. „Beabsichtigt ist eine Diskussion-Plattform für stadtteilrelevante Themen ganz Langenhorns, in dem alle Bürger mitwirken und ihre Anliegen vortragen können“, erläutert Jutta Kirchhoff, Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll und Mitarbeiterin des Bezirksamts Nord. Konferenzen, die diesen Titel tragen, sind in anderen Städten und etlichen Stadtteilen Hamburgs längst Alltag – so zum Beispiel auch in Groß Borstel. „Die Stadtteilkonferenz ist ein Gremium, welches sich schwerpunktmäßig mit stadtteilpolitischen Themen beschäftigt“ – so definieret sich diese Konferenz: „Die Teilnehmer des Gremiums kommen aus den unterschiedlichsten behördlichen Einrichtungen, Beratungsstellen, Vereinen, Initiativen und der Kirchengemeinden, die im Stadtteil Groß Borstel tätig sind beziehungsweise deren Zuständigkeit sich daraus ableitet. Ziel der Stadteilkonferenz ist die Vernetzung der auf kommunaler Ebene tätigen Einrichtungen, Beratungsstellen, Vereine durch den Austausch von fachlichen Informationen, Bewertung und Entscheidung und Weiterleitung von Informationen, Anregungen und Vorschlägen des Gremiums zu stadtteilrelevanten Themen an die entsprechenden Entscheidungsträger.“ In Bramfeld, wo es bereits seit 1993 eine Stadtteilkonferenz gibt, ist seit 1999 die Planung, Organisation und Durchführung des Stadtteilfestes mit dem Motto „Zusammen Leben – Zusammen Feiern“ eine zentrale Aufgabe der Stadtteilkonferenz. Michael Behrmann, Vorsitzender des Langenhorner Bürger- und Heimatvereins mit 400 Mitgliedern, zeigte sich auf Nachfrage des Wochenblatts überrascht, dass die Initiatoren zuvor keinen Gedankenaustausch mit dem Verein gesucht haben. Auch mit Daniel Wulff, Vorsitzender der Gemeinschaft der Fritz-Schumacher-Siedlung Langenhorn mit 1.800 Mitgliedern, ist nicht gesprochen worden. „Zusätzlich zum Langenhorn-Stammtisch – was soll das bringen?“, fragt Wulf. Auch der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Gulfam Malik, der seit vielen Jahren eine parteiübergreifende Gesprächsplattform für alle Langenhorner anbietet, ist über den Vorstoß erstaunt. Eine kleine Umfrage unter Langenhornern ergab zur Frage „Braucht Langenhorn eine Stadtteilkonferenz?“ folgendes Stimmungsbild: Eine neue ‚Klönrunde‘ ist überflüssig und bindet nur Ressourcen. Eine Stadtteilkonferenz kann aber auch eine Chance sein, wenn sie substantielles für den Stadtteil leistet. Es sollten die Langenhorner sein, die so ein Format wollen und mit Leben erfüllen.
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