Neuer Betreiber für Hamburgs Skandalheim

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Aus dem Seniorenzentrum Röweland ist das Cura Seniorenzentrum Langenhorn geworden Foto: Kuchenbecker
 
Mathias Hennecke, Regionaldirektor der Pflege-GmbH Foto: Kuchenbecker

Das frühere Pflegeheim Röweland in Langenhorn heißt jetzt Cura

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Kritisch beäugt zu werden sei in dieser Situation ganz normal, sagt Mathias Hennecke, Regionaldirektor Niedersachsen Ost und Hamburg bei der Cura Seniorenwohn- und Pflegeheime-Dienstleistungs GmbH. „Wir haben nichts zu verstecken, wir gehen ganz offen damit um“, sagt der 57-Jährige weiter. Damit sich jeder sein eigenes Bild von dem Altenwohnheim am Röweland machen kann, lädt das Cura Seniorenzentrum Langenhorn am 29. Oktober zu einem Tag der offenen Tür ein. Bringfriede Korupp (98) und Henriette Felten (80) treffen sich fast täglich zum Kaffeeklatsch. Während Bringfriede Korupp bereits seit 1999 in dem Seniorenheim lebt, wohnt Henriette Felten in der Nachbarschaft. Bei Plätzchen und Kaffee unterhalten sich die zwei Frauen über die Welt; über das Seniorenzentrum. „Ich bin all die Jahre gut versorgt worden,“ sagt die 98-jährige Bewohnerin, „ich bin immer gut behandelt worden und hatte nichts auszustehen.“ Dennoch hatten im August gravierende Mängel in der Pflege unter anderem dazu geführt, dass das Seniorenzentrum Röweland durch das Bezirksamt geschlossen werden musste (wie das Wochenblatt berichtete).

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Nur wenige Tage später übernahm die Cura schließlich das Haus. Seitdem werden sämtliche Pflegeprozesse im Detail durchgegangen; es wurde umstrukturiert. Dafür sind die zwei Pflegedienstleiter Kai Heimüller (53) und Fabian Hanke (35) samt Heimleiter Frank Klappach (70) verantwortlich. Momentan werden die 66 Bewohner von 40 Pflegekräften versorgt. „Wir haben uns von der Zeitarbeit komplett getrennt“, sagt Hennecke. Betriebsbedingte Kündigungen von Pflegepersonal habe es aber nicht gegeben. Im Gegenteil: Derzeit habe man sogar zu viel Personal. Doch das wolle man behalten, in die Mitarbeiter investieren. Dazu werden mit jedem Gespräche geführt; Fortbildungen und Schulungsprogramme erarbeitet. „Damit wollen wir Kompetenzen der Mitarbeiter stärken“, sagt Hanke. Schließlich sollen bis Ende Januar noch weitere 24 Bewohner aufgenommen werden. „Wir können zwei bis vier Bewohner in der Woche einziehen lassen“, erklärt Hennecke das Einzugsmanagement des Hauses. Damit kann sichergestellt werden, dass allen Neuen eine Person zur Seite gestellt wird, die das „Ankommen“ im Hause leichter macht. Auch die Pflegeplanung brauche seine Zeit. „Das ist uns schon wichtig, dass uns da keine Pannen passieren“, erläutert der Regionaldirektor weiter. Wenn die Pflegeaufsicht das Haus im Januar 2017 erneut überprüft hofft Hennecke darauf, die Bewohnerzahl ab Februar dann auf 120 anwachsen lassen zu können. Noch sind nicht alle Umstrukturierungsmaßnahmen beendet: Im November wird beispielsweise das Küchenversorgungssystem und die Hauswirtschaft komplett umgestellt und von der Cura selbst durchgeführt. Dann wird auch wieder selbst gekocht. Hennecke: „Wir haben bereits das Haus grundgereinigt. Es macht einen sauberen und aufgeräumten Eindruck.“Das neue Cura Seniorenzentrum wird streng von der Wohn-Pflege-Aufsicht kontrolliert. Die Bewohnerversorgung ist heute sichergestellt; der Versorgungsauftrag wurde der Cura erteilt. Es sei nicht alltäglich, dass man so eine Einrichtung von heute auf morgen übernehmen würde. Doch habe man keine Angst davor. Hennecke zeigt sich selbstbewusst: „Ich bin mit der Entwicklung hier zufrieden. Klar, haben wir noch Baustellen.“ Aber man sei nach gerademal zweieinhalb Monaten auf einem guten Weg. Davon kann sich die Öffentlichkeit am kommenden Sonnabend, 29. Oktober, von 11 bis 17 Uhr überzeugen. Dann stehen auch die Pflegedienstleitungen und Heimleiter gern für Fragen zur Verfügung. Aber auch das Haus kann besichtigt werden. Es werden Hausführungen angeboten. Zur musikalischen Unterhaltung wird außerdem der hauseigene Chor samt einem Bewohnerchor aus Bergedorf beitragen.

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