Neuer Licht-Blick

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Hauke Oje hilft als neuer Leiter der Jugendeinrichtung Lichtblick jungen Menschen, wieder den richtigen Weg zu finden Foto: Nowatzky
 
Vier solcher Zimmer hält Lichtblick als Krisenbetten für junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren bereit Foto: Nowatzky

Krisenwohnung bietet Verschnaufpause bei Problemen

Norderstedt Wenn man den Überblick über sein Leben und auch die Unterkunft verloren hat, aber trotzdem irgendwie wieder auf die Beine kommen will bietet die Krisenwohnung von Licht-Blick in Garstedt Hilfe an. Sie ist für junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren „ein einzigartiges Angebot in Norderstedt“, wie Hauke Oje, seit September neuer Leiter von Licht-Blick, findet. Derzeit ist es fast etwas einsam rund um die Wohnung, die während der geplanten Umbauzeit des Gebäudes fast allein in der Schalom-Kirche am Lütjenmoor untergebracht ist.

„Wer auf gar nichts Bock hat, ist hier nicht richtig.“ Hauke Oje

Licht-Blick, das sind vier Zimmer für junge Menschen, die erkannt haben, dass sie Hilfe brauchen und bereit sind, auch selbst etwas dafür zu tun. Denn in der Wohnung kommt nur unter, wer zwar Probleme hat, aber sich auch selbst innerhalb der acht bis 12 Wochen um seine Zukunft kümmert - mit Unterstützung der drei Sozialarbeiter, die tagsüber im Wechsel für die Bewohner da sind. „Wer auf gar nichts Bock hat, ist hier nicht richtig“, stellt Hauke Oje klar. Außer der betreuten Wohnung gehören Beratungsgespräche für 14- bis 27-Jährige und Straßensozialarbeit zum Tätigkeitsfeld. Träger von Licht-Blick ist die Kirchengemeinde Vicelin-Schalom. Finanziert wird die Arbeit der Einrichtung aber größtenteils von der Stadt Norderstedt. Doch auch die Kirchengemeinde und vor allem Spenden tragen dazu bei, die Krisenwohnung auch behaglich zu machen. „Von Spenden kann man eben auch mal etwas extra für die Wohnung anschaffen“, freut sich Oje. Auch über die nicht ganz freiwillige Spende von 1.200 Euro, die das Amtsgericht kürzlich bei einem Strafverfahren verhängte.
Für den 41-jährigen Leiter ist die Jugendsozialarbeit Neuland. Der ehemalige Maschinenbauer startete nach einigen Arbeitsjahren noch einmal neu und beendete erst im vergangenen Jahr sein zweites Studium. Parallel arbeitete er im Rauhen Haus in der Sozialpsychiatrie und wurde von dort direkt für die Leitungsstelle in Norderstedt vorgeschlagen. Oje ist froh, hier angekommen zu sein. „Norderstedt ist gut vernetzt bei der Arbeit für Jugendliche“, hat er festgestellt. Besonders gefällt ihm, dass hier über den Tellerrand geschaut wird, um auch mit mehreren Institutionen gemeinsam eine gute Betreuung für Jugendliche zu schaffen.
Die Bewohner der Krisenwohnung kommen oft über das Jugendamt zu Licht-Blick, aber auch andere Beratungseinrichtungen vermitteln den Kontakt. Manche Jugendliche klopfen in einer Notlage auch direkt bei Oje und seinen Kolleginnen an der Tür. Während die Wohnung zu Beginn des Jahres wenig genutzt wurde, wird es jetzt bald wieder voll am Lütjenmoor. Im vergangenen Jahr hatten Oje und seine Kolleginnen Beatrix Wiemann und Jana Meyer 87 Anfragen für eine Unterbringung, elf Jugendliche und junge Erwachsene konnten die wenigen Plätze tatsächlich nutzen. Damit hatte die Wohnung eine Auslastung von knapp über 70 Prozent.

Perspektiven aufzeigen


Zum einen sprechen Drogenkonsum, Psychosen und auch mangelnde Eigenmotivation gegen eine Aufnahme. Zum anderen spielt auch die Zusammensetzung in der Wohnung eine Rolle, denn jeder verfügt nur über das eigene Zimmer, Küche und Bad müssen geteilt werden. Da muss eben auch das Zusammenleben funktionieren. „Es ist schön, wenn man sieht, das auf einmal Absprachen untereinander klappen“, sagt Hauke Oje. Während die jungen Menschen hier wohnen, gehen sie entweder zur Schule oder in ihre Ausbildung. Wer gerade keine Beschäftigung hat, muss sich darum bemühen. Denn das Ziel ist, nach der Zeit in der Krisenwohnung möglichst wieder eine Perspektive zu haben. Aber Hauke Oje ist eines klar: „Man muss in diesem Beruf auch lernen damit zu leben, das man manchmal jemandem nicht helfen kann.“ (now)

Weitere Infos und Kontakt: 040/94 36 66 95
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