Noch mehr Müll für „Langenhorner Alpen“?

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Der Weg auf die Langenhorner Alpen ist steil Foto: Timm

Die zugewachsenen Deponie am Kiwittredder könnten weiter anwachsen. Hamburger CDU lehnt Pläne ab

Von Frank Berno Timm
Hummelsbütte
l In der Diskussion um die Zukunft des Naturschutzes in der Hummelsbüttler Feldmark spielt auch die Frage eine Rolle, ob die Absicht einer Tangstedter Baufirma, die „Langenhorner Alpen“ noch einmal zu erweitern, genehmigt wird. Die „Langenhorner Alpen“ sind keine natürliche Erhebung. Die Höhen, auf die man etwa vom Kiwittredder aus gelangt, sind Müllberge, wenn auch zugewachsen. Beim Herumstreifen und -klettern auf die Höhe nimmt einen schnell die Natur gefangen. Die Gegend ist reizvoll, es sind Spaziergänger und Wanderer unterwegs. Dass etwas an der Idylle nicht stimmt, verrät das Schild des Bezirksamts Wandsbek an der Glashütter Landstraße: Schwimmen im See sei verboten, steht da, es bestehe Lebensgefahr durch „eingebrachten Unrat sowie Untiefen“, auch Angeln darf man nur mit Genehmigung. Beate Otteni, Koordinatorin der IG „Grüne Zukunft für die Hummelsbüttler Berge“, erinnert daran, dass seit 1. August 2013 ein Planfeststellungsverfahren für eine neue Deponie der Klasse 1, die Erdaushub und Bauschutt enthalte, läuft. Bis heute sei die antragstellende Firma nicht der Aufforderung des Bezirksamts nachgekommen, nachträglich Planungsunterlagen – etwa eine Biotop-Neukartierung – einzureichen. Da Hamburg plane, Altlastenflächen für Wohnungs- und Gewerbebau zu sanieren, stelle sich die Frage, „ob diese Planungen Einfluss auf das Genehmigungsverfahren für die geplante private Deponie haben könnten“. Die Baufirma selbst, die solche Pläne verfolgt hat, ist nicht zu erreichen – trotz mehrerer Anfragen kam ein Kontakt mit der Sprecherin des Unternehmens nicht zustande. Das Bezirksamt Wandsbek ist nach eigenen Angaben nicht zuständig. Björn Marzahn aus der Umweltbehörde bestätigt dem Hamburger Wochenblatt, dass ein Antrag existiert und nachgeforderte Unterlagen bislang nicht eingereicht worden seien. Erst, wenn das geschehe, werde das Verfahren weitergeführt. Der Antrag selbst verfalle aber „nicht automatisch“. Thema ist der Naturschutz in der Hummelsbüttler Feldmark vor allem wegen der Pläne, am Rehagen Flüchtlingsunterkünfte mit der Perspektive Wohnen zu errichten (das Hamburger Wochenblatt berichtete). Doch auch die Möglichkeit, dass die Deponie an der Glashütter Landstraße erweitert wird, stößt auf Ablehnung. Dennis Thering (CDU, MdHB): „Die CDU lehnt die Deponiepläne strikt ab. Es muss alles unternommen werden, eine weitere Ausdehnung der Deponie zu verhindern. Der Senat muss die Altlastengebiete jetzt dringend sanieren und darf keine neuen schaffen.“ Der Senat habe bereits seinen Willen erklärt. „Eine Erweiterung der Deponie würde allerdings in einem krassen Gegensatz dazu stehen“, sagt der Abgeordnete.

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