Null-Toleranz bei Graffiti

Anzeige
Langenhorner Geschichte – überkritzelt mit so genannten Tags, Signaturen von Graffiti-Sprayern. Nizar Müller fordert die konsequente Verfolgung dieser „Bagatelldelikte“ Foto: Kuchenbecker
 
Martina Schenkewitz mit SPD-Bürgerschaftsabgeordnetem Gulfam Malik: „Hier müsste nachgebessert werden“ Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Langenhorn Marktplatz |

Aufwertung des Langenhorner Marktplatz gefordert

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Der Langenhorner Marktplatz ist von behördlicher Sicht aus bereits offiziell von Bezirksamtsleiter Harald Rösler im Dezember 2014 an die Langenhorner Bürgerinnen und Bürger übergeben worden. Doch noch immer ist nicht alles so, wie es sein sollte. Der Sichtbeton der Rampen-, Treppen- und Tunnelanlage ist grau statt bunt, außer, man sieht die zahlreichen Graffitis als Verschönerung an. Und auch die Treppenstufenmarkierungen fehlen. Ganz zu schweigen von der Nutzbarkeit der großen Umbaumaßnahme: Nur wenige Veranstaltungen finden ihren Platz in der Langenhorner Mitte.

Respekt vor Geschichte fehlt

„Wir haben die Zeichen gezählt“, sagt Nizar Müller, CDU-Bezirksabgeordneter, „es sind mehr als 200 Stück.“ Er zeigt auf die „Verschönerungen“, während eine Passantin sich mehr als negativ über die Schmierereien aufregt. Selbst die im Tunnel angebrachten Fotobilder aus dem Langenhorner Stadtteilarchiv von Erwin Möller sind Schriftzügen zum Opfer gefallen. „Selbst davor wurde überhaupt kein Halt gemacht“, sagt Martina Schenkewitz, SPD-Bezirksabgeordnete. „Der Respekt vor unserer Langenhorner Geschichte fehlt hier völlig“, kritisiert auch Müller die Graffitis. Er fordert eine konsequente Verfolgung der Sprayer. Denn seiner Auffassung nach kommt eine Schmiererei zur nächsten. Er belegt seine These mit der „Broken-Windows-Theorie“ die besagt, dass ein zerbrochenes Fenster in einem leerstehenden Haus zur völligen Verwahrlosung führen kann. Daher fordert Müller, dass hier schnell eine „gewisse Art von Null-Toleranz“ umgesetzt wird.

Beton lädt ein

Und auch Schenkewitz ist von der aktuellen Situation vor Ort verärgert: „Solange es soviel freie Betonflächen gibt, wird dies wohl nicht verhindert werden können. Wie überall. Das ist wie eine leere Tafel für Kinder, die zum Bemalen regelrecht auffordert, wenn die Kreide daneben liegt.“ Doch an den Betonwänden soll sich nach Angaben des Bezirksamtes noch im Mai etwas ändern. „Die Gestaltung der Treppen- und Rampenanlage soll sehr kurzfristig in Angriff genommen werden“, heißt es von Bezirksamtssprecher Jan-Peter Uentz-Kahn dazu. Doch das ruft Skepsis auf den Plan. Sollte doch bereits nach dem Quartiersforum im Juni 2015 mit der Umsetzung der farblichen Gestaltung des Tunnels, der Treppe und Rampe begonnen werden, ist bislang nichts passiert. Selbst die im vergangenen Herbst aufgestellten Bauzäune, die den Beginn der Maßnahme einläuteten, verschwanden wieder.

Frust am Markt

„Eine fachgerechte Ausführung ist bislang auf den feuchten Oberflächen leider nicht möglich gewesen. Wenn der Wettergott mitspielt, dürfte es im Verlaufe des Mai endlich losgehen“, sagt Uentz-Kahn. Trotz turnusmäßiger Reinigung hat sich die Situation an den Betonwänden verschlimmert. Schenkewitz setzt auf die Gestaltung der großen Flächen: „Es gibt ja Profisprayer die schöne Bilder sprayen könnten, mit zum Beispiel Langenhorner Bezug. Ich glaube das dann die Hemmschwelle für wilde Sprayer sinken könnte. Eine Kontrolle in welcher Form auch immer würde das Verbotene nur noch interessanter machen.“ Müller geht einen Schritt weiter, könnte sich eine Videoüberwachung auf dem Marktplatz und im Tunnelbereich vorstellen. Aber auch die Nachbesserung der Treppenstufenmarkierungen lässt noch auf sich warten. Schenkewitz hat mit CDU-Politiker Jürgen Lehmann im Regionalausschuss dieses Problem angesprochen. Beide wünschen sich reflektierende Markierungen der jeweils ersten und letzten Stufe im Treppenaufgang Bahnhof, aber auch zur Kaufland-Seite hin.
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
6
Stefan Blank aus Hummelsbüttel | 22.05.2017 | 02:33  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige