Parkplatz-Not rund um den Flughafen

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Wird am Tannenweg öffentlicher Parkraum gewerblich genutzt? Auf jeden Fall fehlt er Anwohnern, Kirchgängern und Gaststättenbesuchern Foto: Krause

Anwohner vermuten: Öffentlicher Raum wird gewerblich genutzt

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn
Ein Satz ist es, der aus dem 1958 in die Kinos gekommenen Film „Wir Wunderkinder“ immer wieder zitiert wird: „Gut geht es den Dänen und denen, denen Dänen nahestehen.“ Regelmäßig in der Ferienzeit stehen in der erweiterten Umgebung des Flughafens sehr viele Dänen den Hamburgern nahe – zumindest ihre Autos. Auch wenn die Anwohner das nicht gut finden – illegal ist diese Art zu parken nicht. Für den Fahrzeughalter bleibt das Risiko einer Beschädigung oder sich plötzlich im Halteverbot einer neu eingerichteten Baustelle zu befinden. Wer das scheut, kann auf etliche gewerbliche Anbieter von Parkraum im erweiterten Umkreis des Flughafens zurückgreifen. Allerdings fallen dann Kosten an, die durchaus über denen des Flugtickets liegen können. Ein Hotel an der Langenhorner Chaussee bietet – nur im Zusammenhang mit zumindest einer Übernachtung – zum Beispiel seine Tiefgarage für 13 Euro am Tag an. Und die Garage ist gut gebucht. Gleiches gilt für die Plätze anderer Anbieter. „Herzlich willkommen. Schön, dass Sie einen Parkplatz gefunden haben“, so begrüßte Pfarrer Dietmar Wellenbrock seine Gemeinde beim sonntäglichen Gottesdienst in der Kirche „Heilige Familie“ am Tannenweg, der in der Vergangenheit noch nie das besondere Parkinteresse von Fluggästen gefunden hatte. Nun stehen sie dort – Stoßstange an Stoßstange. Die Fahrzeuge stehen nicht zufällig da. „Es sind immer die gleichen Fahrer“, so berichtet eine Anwohnerin „die die Autos bringen.“ Das lässt den Schluss zu, dass hier mit der Parkplatz-Not der Flugreisenden und öffentlichem Grund Geschäfte gemacht werden. Das Wochenblatt hat nachgefragt. „Dafür kommen nur Anbieter in Frage“, war da zu hören, „die von ihren Kunden den Fahrzeugschlüssel erhalten. Wir zählen nicht dazu“, sagt ein gewerblicher Vermieter. Ein anderer Parkplatzvermieter zeigte sich über die Nachfrage nicht sonderlich überrascht. „Es kann“, lautete die Auskunft, „schwarze Schafe geben, die mehr Fahrzeuge annehmen, als sie unterbringen können. Wir haben Beobachtungen gemacht, die in diese Richtung weisen könnten“. Geschäfte mit der Vermietung von öffentlichem Parkraum? „Wir können das nicht überprüfen“, stellt Hauptkommissar Thomas Wieben vom PK 34 fest, „da müsste sich die Gewerbeaufsicht einschalten.“
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