Pferdesteuer künftig auch in Tangstedt?

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„Ich bezweifle, dass alle möglichen Finanzquellen ausgeschöpft sind“, sagt Wiebke Lieder. Kommt die Pferdesteuer, zieht sie mit Wally in eine Nachbargemeinde Foto: Blume

Entsprechende Satzung steht im Finanzausschuss vor der Verabschiedung

Von Claudia Blume
Tangstedt
Drei Gemeinden in Hessen erheben bereits eine Pferdesteuer. Wird Tangstedt die erste im Norden? Mittwochabend steht die Verabschiedung einer entsprechenden Satzung auf der Agenda des Finanzausschusses. Die beantragenden Parteien SPD und BGT (Bürgergemeinschaft Tangstedt) haben jeweils zwei Stimmen, die ablehnende CDU zwei und die FDP eine Stimme. Zwischen 100 und 200 Euro könnten Pferdebesitzer ab Januar 2017 pro Tier zahlen müssen und damit ansatzweise das klaffende Haushaltsloch von 1,1 Millionen Euro stopfen. Örtliche Reitsportbetriebe, Reiter und viele Unterstützer gehen seit Monaten auf die Barrikaden. „Reiten ist Sport, den vor allem Kinder und Jugendliche ausüben und darf nicht besteuert werden“, bekräftigt deren Arbeitskreis-Sprecherin Tanja van den Eijnde-Pieper. Sie befürchtet eine Abwanderung der Reiter in andere Gemeinden und somit das Aus vieler Ställe. Da es einigen Gemeindevertretern in der Pferdesteuer-Diskussion um Verschmutzung und Beschädigung öffentlicher Straßen und Wege durch Vierbeiner ging, hat der Arbeitskreis über den Sommer ein Reitwegepflege- und Kennzeichnungskonzept ausgearbeitet, „das sofort umgesetzt werden kann“, so Tanja van den Eijnde-Pieper. Den Elan honoriert der Finanzausschuss-Vorsitzende Christoph Haesler (SPD), sieht jedoch keine Verquickung mit dem Steuervorhaben: „Die Gemeinde hat kaum Kosten für die Wegepflege und daher keine Vorteile durch das Konzept. Es geht vielmehr um ausgleichende Gerechtigkeit auch im Hinblick auf zahlende Hundebesitzer – quasi eine Kurtaxe für die Nutzung der Natur.“ Hintergrund ist, dass der Gemeinde die Ausweisung weiterer lukrativer Gewerbegebiete vom Land versagt wird. Zudem zahlen Reitställe keine Gewerbesteuer und beteiligen sich bisher nicht an den Gemeindefinanzen. Wird die Satzung am Mittwoch (19.30 Uhr, Tangstedter Turnhalle) verabschiedet, entscheidet die Gemeindevertretung am 5. Oktober final über die Einführung der umstrittenen Abgabe.
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