Protest gegen Pläne

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Zu schmal, zugewachsen, zugeparkt - die Radwege an der Langenhorner Chaussee. Jetzt will die Stadt sie mit den ebenso schmalen Fußwegen vereinigen Foto: Biehl

Langenhorn: Stadt will Fuß- und Radweg zusammenlegen

Langenhorn Die Rad- und Fußwege entlang der Langenhorner Chaussee sollen zwischen der Landesgrenze und der Kreuzung Erdkampsweg zusammengelegt werden. Das plant der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG).
Gegen dies Vorhaben regt sich allerdings Widerstand im Bezirk Hamburg-Nord. Nicht nur der Seniorenbeirat und der Fahrradclub ADFC protestieren, sondern auch die Politiker der rot-grünen Koalition in der Bezirksversammlung. Mit einem Antrag in der kommenden Sitzung am 16. April wollen SPD und Grüne das Bauvorhaben nun stoppen.
Dass die Radwege auf den meisten der 5.396 Metern der Langenhorner Chaussee unbenutzbar sind, wird seit langem beklagt - zu schmal, von Grün überwuchert, häufig zugeparkt. Partielle Verbesserungen gab es bisher nur dort, wo Einmündungen umgebaut wurden, etwa an der Flughafenstraße, dem Foorthkamp oder dem Erdkampsweg. Aktuell steht im Hintergrund die Klage eines Radfahrers vor dem Verwaltungsgericht. Er will erreichen, dass die 1998 verhängte Radwege-Benutzungspflicht an der Chaussee aufgehoben wird - wie es bereits im vergangenen Jahr bereits für Hoheluftchaussee, Eppendorfer Baum, Nedderfeld und Lokstedter Weg durchgesetzt worden war. Dies würde aber bedeuten, dass die Radler die Straße benutzen dürften.

Radler klagt vor Gericht


Im Verlauf der Alsterkrugchaussee gab es dieselben Probleme. Hier konnte Bezirksamtsleiter Harald Rösler, wie berichtet, durch Verhandlungen mit der Verkehrsbehörde erreichen, dass je Fahrtrichtung ein Radstreifen von der Fahrbahn abgeteilt wurde. Für die Langenhorner Chaussee strebt der LSBG eine andere Lösung an: die Zusammenlegung der alten Geh- und Radwegflächen. „Wir glaubten erst an einen Aprilscherz, als wir davon hörten“, sagt Hans-Lüder Hilken vom Seniorenbeirat des Bezirkes. Die Befürchtung des Gremiums: Durch die gemeinsame Nutzung entstehe ein erhebliches Gefahrenpotenzial für vor allem ältere Fußgänger, aber auch für Kinder oder Mütter mit Kinderwagen, die von rücksichtslosen Radlern über den Haufen gefahren werden könnten.
SPD und Grüne halten die Sorgen der Senioren für berechtigt. Sie kritisieren zudem, dass der LSBG zu einem späteren Zeitpunkt den Straßenraum neu gestalten will - die doppelten Baumaßnahmen seien Verschwendung von Steuergeldern. ADFC-Sprecherin Merja Spott: „Die Planung ist rückschrittlich. So wird Hamburg nicht zur Fahrradstadt.“ Von der Verkehrsbehörde gab es bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme. (bcb)
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