Saga schließt Lücke

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Saga-Vorstand Wilfried Wendel (v.l.), Thomas Schmidt, kommissarischer Geschäftsstellenleiter Langenhorn sowie Polier Markus Kubitz am Richtkranz für den ersten Bauabschnitt Foto: wb

Anwohner bangen um ihre Wohnqualität

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn
An der Fibigerstraße, direkt an der Gabelung zur Weygandtstraße, entstehen 26 öffentlich geförderte Wohnungen. Die städtische Saga, Hamburgs größter Vermieter, bebaut hier eine Lücke zwischen bestehenden Mehrfamilienhäusern. Weitere 26 Wohnungen kommen später in einem zweiten Bauabschnitt hinter der Ladenzeile einige Meter nordwestlich hinzu. Das erläuterte Thomas Schmidt, kommissarischer Leiter der Langenhorner SAGA-Geschäftsstelle. Insgesamt entstehen 36 Zwei- bis 2,5-Zimmer-Wohnungen, zehn 3,5- bis 4-Zimmer-Wohnungen sowie sechs mit jeweils drei Zimmern. Zum Sommer 2016 sollen die ersten Mieter einziehen. Das zweite Haus hinter den Läden soll Ende 2016 fertig sein. Doch während Schmidt die Vorzüge der Nachverdichtung lobt, sind manche der bisherigen Anwohner gar nicht davon begeistert. „Das bringt uns nur Nachteile“, murrt eine Anwohnerin. Für sie und ihre Nachbarn ist der Neubau ein Ärgernis, knappe zwölf Meter vor ihren Balkonen und Wohnzimmerfenstern entsteht jetzt der dreigeschossige Block.

Etliche Nachbarn nicht froh über Verdichtung


Die Jalousien vieler Wohnungen sind zugezogen. Im Moment nur gegen den Einblick der Bauarbeiter, später wohl wegen der unmittelbar gegenüberliegenden Fenster der neuen Nachbarn. „Wir sitzen da jetzt auf dem Präsentierteller“, meint auch Solveig Grützner. Sie hat überlegt, ob sie nach über 40 Jahren noch einmal die Wohnung wechselt, doch für ihre günstige Miete würde sie wohl keine vergleichbar große neue Wohnung bekommen.
„Lückenbebauung ist immer mit Nachteilen verbunden“, räumt auch Thorsten Schmidt ein, verweist aber auf die 1000 Wohnungen, die seine Gesellschaft jährlich bauen will und sieht die Lage hier unkritisch. „Es gab wenig Anwohnerbeschwerden.“ Im Vergleich zu anderen Stadtteilen habe Langenhorn noch Potenzial für die kommenden Jahre. Spekulationen von Anwohnern, die Ladenzeile müsse später einem Neubau weichen, erteilte er eine Absage.
Anwohner sehen die Nachverdichtung noch aus einem weiteren Grund kritisch: wegen der Parkplätze. Die seien bereits heute knapp, sagen Mieter. Und seit der P+R-Platz am nahen Kiwittsmoor-Bahnhof zum Flüchtlingslager umfunktioniert wurde, stellten sich viele Pendler in die Wohnstraßen – Kennzeichen aus Pinneberg oder Segeberg seien inzwischen keine Seltenheit am Straßenrand.
Der Saga kommt hier die neue Hamburger Bauordnung zugute. Danach muss sie keine Parkplätze mehr herstellen. Doch auch hier sieht der Bauherr keine Probleme. „Parkplätze gibt es hier genug“, meint Schmidt. Statt dessen werde es Fahrradstellplätze bei den Neubauten geben.
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3 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 10.11.2015 | 14:40  
6
Jo Mehrens aus Langenhorn | 13.11.2015 | 12:28  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 13.11.2015 | 15:33  
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