Schlafplatz für Obdachlose in Langenhorn

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Andrea Wett hat für die Aufstellung der Container gesorgt. Ferenc Horvath und sein Hund Ricki haben so eine sichere, warme und trockene Schlafmöglichkeit Foto: fjk

Andrea Wett schafft zwei Winter-Notunterkünfte am Tannenweg

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn
Am Tannenweg in Langenhorn stehen in diesem Jahr erstmalig zwei Schlaf-Container für Obdachlose. Initiiert hat das die Langenhornerin und Mutter von drei Kindern Andrea Wett. „Der Gedanke an die Situation dieser Menschen hat mir keine Ruhe gelassen“ so Wett, „da ich wusste, dass die katholische Gemeinde in Niendorf schon in den letzten Jahren Platz für Schlaf-Container bereitgestellt hat, machte ich mich dort über die notwendigen Schritte kundig.“ Das war vor einem Jahr. Bei den Gremien der Langenhorner Katholiken fand die engagierte Frau offene Ohren – ebenso bei der Kita, deren Leitung und Elternschaft die Initiative ausdrücklich begrüßten. Die Bankkauffrau musste viele Gespräche mit der Sozialbehörde führen, mit dafür sorgen, dass Angebote für die notwendigen Installationsarbeiten eingeholt wurden. Am 4. November konnten zwei Obdachlose am Tannenweg ihre nur wenige Quadratmeter großen Schlaf-Container – kochen ist nicht möglich – beziehen.

Kosten trägt die Stadt

Die Gesamtkosten trägt die Sozialbehörde. Ein kleines Team aus der Gemeinde vom Tannenweg hält Kontakt zu den neuen Nachbarn. Einer von ihnen ist der Hinz&Kunzt-Verkäufer Ferenc Horvath. „Ich bin Andrea Wett und der Gemeinde sehr dankbar für diese Unterkunft. Mit Ricki, meinem Hund, habe ich große Probleme, eine Bleibe zu finden“, berichtet er. Vor der Haspa in der Spitaler Straße bietet er seine Zeitungen an. „Zusammen mit dem Erlös aus gesammelten Pfandflaschen kann ich mich davon über Wasser halten. Gleich nach dem Einzug haben mich Eltern der Kita-Kinder willkommen geheißen. Das war schön.“ Hamburg, so Ferenc Horvath, ist eine gute Stadt, in der staatliche und kirchliche Initiativen den Obdachlosen zur Seite stehen. Als er hörte, dass 50 Prozent des Ertrags des Christkindlmarktes am Tannenweg an die „Mobile Ärztliche Hilfe“ der Caritas gehen, hat ihn das besonders gefreut. „Dieses Angebot ist für Menschen ohne Versicherungsschutz ganz, ganz wichtig – es ist toll, dass die Langenhorner das seit Jahren unterstützen!“ Ferenc ist glücklich, in Langenhorn Heimat gefunden zu haben. Bis Ende März 2017, denn dann endet das Winternotprogramm in Hamburg und damit die Mietzeit der Container. Im November 2017 werden sie erneut aufgestellt.
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