Schluss mit Pkw-Schleichweg Friedhof Ohlsdorf

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„Durchfahrt verboten“: Dennoch ist der Friedhof bisher für etliche Autofahrer ein beliebter Schleichweg. Damit ist ab dem 1. Oktober morgens Schluss Foto: Krause

Leitung geht gegen Durchgangsverkehr vor. Neue Öffnungszeiten für Pkw-Einfahrten ab Oktober

Von Franz-Josef Krause
Ohlsdorf
Fast genau zwei Jahre ist es her, da wurden auf Initiative der CDU-Bezirksabgeordneten Martina Lütjens die Ein- und Ausfahrtzeiten auf dem Friedhof Ohlsdorf verändert, um den Durchgangsverkehr, der grundsätzlich verboten ist, zu verringern. Im Fokus war bei der damaligen Aktion das Interesse der Anlieger, besonders in Klein Borstel, die zunehmend über Lärmbelästigung durch „Friedhofsschleicher“ klagten. Seinerzeit gab es keine Aussagen darüber, wie hoch der Anteil der Anlieger an den „Schleichern“ war. Ganz gefruchtet hat die Veränderung nicht. „Ich war geradezu erschrocken über das hohe Verkehrsaufkommen in der Frühe“, so Carsten Helberg, neuer Geschäftsführer der Hamburger Friedhöfe. Auch Staatsrat Michael Pollmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Friedhöfe, zeigte am Rande der kürzlichen Umbenennung der „Krieger-Ehrenallee“ in „Ida-Ehre-Allee“ Unbehagen über diese Situation und kündigte Veränderungen an. Die wird es nun geben. Denn der Verkehr hat derart zugenommen, dass der Bericht des „Michel“ Hauptpastors Alexander Röder sich fast wie ein Märchen anhört. „Im Heimatkundeunterricht“, so der in der Nähe des Friedhofs Ohlsdorf aufgewachsene Röder, „habe ich noch gelernt, dass Autofahrer auf dem Friedhof anhalten und aus dem Wagen steigen, wenn sich ein Trauerzug nähert.“ Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute „rollt“ der Verkehr auf Ohlsdorf. Ehrerbietigen, wie es dem jungen Alexander Röder in der Schule noch vermittelt wurden, wären da nur hinderlich. Manchmal rollt der Verkehr sogar zu schnell. Ein Amtsbruder Röders aus Langenhorn dürfte nicht der einzige Pastor sein, der auf dem Weg zu einer Trauerfeier in der „30“ km/h Zone Friedhof Ohlsdorf schon einmal geblitzt wurde. Zumindest in den Morgenstunden will die Friedhofsleitung nun noch energischer gegensteuern. Öffnungszeiten bereits ab 8 Uhr gehören der Vergangenheit an. Zusätzlich wird die bisher zweispurige Ausfahrt zur Fuhlsbüttler Straße einspurig verengt. Die Polizei begleitet die Verkehrsberuhigung und wird verstärkt vor Ort präsent sein.

Die neuen Öffnungszeiten an allen PKW-Einfahrten: ab 1. Oktober von 9 – 21 Uhr und ab 1. November von 9 – 18 Uhr. Sonderregelungen gibt es für Lieferanten
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