Schöner morden im Norden

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Ulrike Busch vor dem Bild, das auch den Titel ihres Krimis ziert. „Weil mir das Bild so gefiel, hat sich der Mord zum „Pfauenfedermord“ entwickelt“, erzählt sie Foto: Nowatzky

Langenhorner Autorin veröffentlicht ihren ersten Kriminalroman. Lesung in Ohlsdorf am 10. Juni

Von Stefanie Nowatzky
Langenhorn
Norddeutschland ist Ulrike Busch Wahlheimat. Hier lässt es sich gut leben – und morden. Zumindest auf dem Papier. Die gebürtige Rheinländerin, die seit vielen Jahren in Langenhorn lebt, hat gerade ihren ersten Kriminalroman veröffentlicht: „Der Pfauenfedermord“.
Es ist der erste Krimi, aber schon das zweite Werk der Hobbyautorin, nach einem Liebesroman für Senioren, der eigentlich mehr aus Versehen entstanden war: „Ich wollte die letzten Jahre meiner Mutter in einem Seniorenheim für mich selbst aufarbeiten. Als ich die ersten 30 Seiten geschrieben hatte, merkte ich, dass das erst der Anfang war“, erzählt die 57-Jährige.

„‚Schreiben Sie doch einen Nord- oder Ostseekrimi‘“, schlug mein Kunde vor.“
Ulrike Busch


Noch ist das Schreiben in dieser Form ein Hobby, ihr Brot verdient die studierte Sprachwissenschaftlerin mit der Dokumentation von Software-Systemen. Dabei soll es auch weiter bleiben, doch Ulrike Busch hat für sich entdeckt, wie viel Spaß ihr diese andere Art des Schreibens macht. Und wenn schon, sollen die Bücher auch Leser finden – deshalb hat sie jetzt das Genre gewechselt.

Ein Tod auf Sylt


Einer ihrer Kunden habe sie auf die Idee gebracht, sagt die Autorin: „‚Schreiben Sie doch einen Nord- oder Ostseekrimi‘, hieß es, und als begeisterte Amrum-Urlauberin musste ich nicht lange überlegen.“ Die Handlung um den Mord an einer Hamburger Galeristin spielt auf Sylt. Dabei dient ihr die Nordsee vor allem als Kulisse, wie sie sagt. „Ich mag die Menschen dort und liebe Amrum - aber um über das Dorfleben zu schreiben, kenne ich zu wenig davon.“ Statt dessen fasziniert sie, wie Verbrechen in sozialen Gruppen und Freundeskreisen entstehen, die sonst so gar nicht kriminell sind. Und diese Menschen stehen bei ihrem ersten Krimi auch klar im Vordergrund. Ihr Buch hebt sich erfrischend ab von der derzeitigen Mode, den Kommissar mit seinen persönlichen Problemen zur Hauptfigur zu machen. Statt dessen zeichnet sie sorgfältig die Beziehungen des Freundeskreises um die ermordete Galeristin Valerie nach. Die Handlung: Seit 25 Jahren treffen sie sich zu gemeinsamen Ferien auf Sylt - Valerie, ihr 20 Jahre älterer Mann und Schönheitschirurg Claus, zwei weitere Pärchen sowie Valeries Freundin und Angestellte Elena.
Doch in diesem Jahr wird nichts aus dem harmonischen Urlaub – eines Tages findet eine Joggerin Valerie leblos am Fuße des Roten Kliffs. Und Hauptkommissar Kuno Knudsen findet ein Motiv bei fast jedem Mitglied dieser Gruppe.

Buch selbst lektoriert


Ulrike Busch entwirft die Handlung erst beim Schreiben, bis zum fertigen Buch braucht sie fünf Durchgänge. „Ich korrigiere selbst, und dazu brauche ich Abstand. Und wenn etwas mir nicht gefällt, schreibe ich es noch einmal komplett um.“ So hatte auch ihr Krimi ursprünglich einen ganz anderen Anfang. Doch den fand sie später zu sperrig. Und so strich sie kurzerhand die ersten 40 Seiten, begann statt dessen direkt mit dem Mord.
Seit „Der Pfauenfedermord“ Ende April als eBook bei Amazon erschien, wurde es bereits 350 Mal verkauft – ein Bestseller aus Langenhorn. Und Ulrike Busch schaut jeden Morgen nach den wechslenden Verkaufsrängen ihrer Bücher. „Man wird richtig süchtig danach“, schmunzelt sie. Jüngst war ihr Buch unter den Top 500, bei den Detektivromanen sogar unter den Top 100. Das Buch gibt es jetzt auch gedruckt (282 Seiten) unter www.amazon.de.

Ulrike Busch und der Fuhlsbüttler Autor Klaus Struck lesen aus ihren Werken am Mittwoch, 10. Juni in Ohlsdorf um 19 Uhr im Grünen Saal, Im grünen Grunde 1. Lesung im Rahmen der Solidaritätswochen zur Rettung des Hallen- und Freibades Ohlsdorf. Der Eintritt ist frei
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