Schülern helfen

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Geht wieder zur Schule, um Kinder und Jugendliche zu fördern: Natalie Rappert Foto: Haas

„Teach First“: Im Vollzeit-Einsatz für benachteiligte Kinder

Langenhorn „Ich wollte mal was Praktisches machen und dabei für mehr Bildungsgerechtigkeit eintreten“, sagt Natalie Rappert. Seit dem vergangenen Schuljahr engagiert sich die „Lehrkraft auf Zeit“ an der Fritz-Schumacher-Schule am Timmerloh. Sie unterstützt Schüler mit schlechten Startbedingungen da, wo die Personaldecke der Schulen nicht mehr ausreicht. Ihr Vollzeit-Job ist auf zwei Jahre befristet.
Ein „Fellow“ in ihrem Bekanntenkreis hatte die Diplom-Psychologin auf die Bildungsinitiative „Teach First“ aufmerksam gemacht. Nun arbeitet sie selbst als Fellow, war Co-Tutorin in einer 7. Klasse. „Ein Highlight war die Vorbereitung eines Theaterstücks über Gefühle, das die Schüler selbst geschrieben haben“, berichtet Rappert begeistert vom Auftritt der 21 Kids. „Es war spannend, wie die Kinder auf der Bühne tanzten und ihren Spaß entdeckten.“ Schön an ihrer Arbeit sei auch, in vielen Einzelgesprächen persönliche Problemlösungen zu finden. Aktuell ist sie wieder stark gefordert: bei ihrer Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen in einer internationalen Vorbereitungsklasse. Schon im vergangenen Schuljahr unterstützte sie zehn Jugendliche, die sie zu einem mehrsprachigen Kulturabend anleitete. Das Eis brach, als die Kids bei ihrem Auftritt das Publikum zunächst jeweils in ihrer Sprache begrüßten, mit einem „Herzlich Willkommen“ etwa auf afghanisch, somalisch oder syrisch. „Es ist unglaublich, wie schon solche kleinen Auftritte das Selbstbewusstsein der Kinder und Jugendlichen stärken“, weiß Rappert. Auch in einem „Mut-Camp“ zum Schulabschluss probte sie spielerisch mit Kindern, wie sie ihre Stärken erfahren und üben können. „So lernen sie intensiv, an sich selbst und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben“. Erst Selbstbewusstsein befähige junge Menschen dazu, später an gesellschaftlichen Veränderungen mitzuwirken.
Solche Erfahrungen teilt sie mit anderen Fellows, die nach Abschluss ihrer Engagements oft Karrieren im Bildungssektor anstreben. Aktuell sind insgesamt 36 Fellows in Hamburg beschäftigt, seit 2009 waren es über 100 Hochschulabsolventen an 44 Schulen. (wh)

Weitere Infos: www.teachfirst.de
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