Schule reaktiviert

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Das Gelände der früheren Sonderschule am Foorthkamp, gekennzeichnet durch die gestrichelte Linie Foto: FHH

Info-Abend: Flüchtlingskinder lernen am Foorthkamp

Langenhorn Während die Großen der Politik öffentlich um den richtigen Umgang mit Flüchtlingen ringen, stehen die Schulen vor der ganz praktischen Frage, wie die schulpflichtigen Flüchtlingskinder beschult werden können. Einheimische Eltern fragen sich hingegen nicht selten, ob durch den zusätzlichen Andrang die Qualität des Unterrichts leiden könnte. Weil am Foorthkamp in der früheren Sonderschule Internationale Vorbereitungsklassen (IVK) eingerichtet wurden, gibt es am heutigen Mittwoch einen öffentlichen Info-Abend. Oberschulrat Bernd Thiemann zeigte sich im Wochenblatt-Gespräch optimistisch, dass die Schulen für die neuen Schüler gerüstet sind.
„Befürchtungen, dass die Schülerzahl je Klasse in unzulässiger Weise die Vorgaben des Schulgesetztes überschreitet, sind unbegründet“, so Thiemann, „wir haben ausreichend Räume und ausreichend Lehrkräfte.“ Allerdings räumt auch Thiemann ein, dass alles im Fluss sei. „Es gibt in der Schulbehörde eine ‚Arbeitsgruppe Flüchtlinge‘, die eng mit den Schulen kooperiert.“ Nicht nur staatliche, auch private Schulen nehmen sich des Themas an. Der Katholische Schulverband, mit 21 Schulen größter Träger privater Schulen in Hamburg, erklärte: „Wir sind derzeit in Gesprächen mit der Schulbehörde, um konkret zu klären, welche Hilfe in den Stadtteilen benötigt wird. Wir können uns grundsätzlich vorstellen, IVK an unseren Standorten in allen Bezirken zu ermöglichen.“ Auch die Stiftung Alsterdorf bietet Hilfe an.
Seit dem 1. November ist Ralf Pöhler, Leiter der Fritz-Schumacher-Schule, auch für zehn Kinder einer IVK zuständig. Gemeinsam mit dem Wochenblatt besichtigte er das inzwischen von Wildwuchs befreite Gelände der 2007 geschlossenen, ehemaligen Förderschule am Foorthkamp 42 – direkt neben dem Gelände der Oberstufe seiner Schule. „In der 1963 errichteten, denkmalgeschützten Pavillonschule ist ausreichend Platz für sechs IVK und am Timmerloh für zwei weitere Klassen“, erläutert Pöhler. „Gut, dass am Foorthkamp auch ausreichend Fachräume vorhanden sind, in denen das Thema ‚Beruf und Arbeit‘ behandelt werden kann.“
Auch Pöhler ist sich der Herausforderung bewusst, sieht kurzfristig Probleme, geeignete Lehrer zu finden. „Der Deutschunterricht ist außerordentlich wichtig – er ist der Schlüssel auch zu anderen Fächern. Dafür sind hier 20 bis 30 Wochenstunden in Klassen mit maximal 15 Schülern vorgesehen“ erklärt Pöhler, „sicher werden wir auch die Hilfe Ehrenamtlicher benötigen. Wenn der Bedarf geklärt ist, wende ich mich an die Langenhorner Bürger.“ Am Anfang jeden Schulbesuchs steht das Aufnahmegespräch. „Das dauert bei deutschsprachigen Eltern höchstens eine halbe Stunde“ so der Pädagoge, „doch bei Eltern ohne Deutschkenntnisse reicht das bei weitem nicht aus. Nun unterstützen uns Oberstufenschüler mit entsprechenden Sprachkenntnissen. Das ist eine große Hilfe, für die ich sehr dankbar bin!“ (fjk)

Info-Abend, Mittwoch, 11. November, 19 Uhr, Schule Foorthkamp 42
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