Seniorenheim Cura bezieht Stellung

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Nach der Übernahme des Seniorenheims in Langenhorn durch die Cura kamen Fragen auf Symbolfoto: thinkstock
 
Die CDU um Nizar Müller will Klarheit über den Vorgang der Cura-Übernahme Foto: nik

Die Betreiber des früheren Skandalheims Röweland in Langenhorn spricht über Zusammenarbeit mit Jensen-Gruppe

Von Nicole Kuchenbecker und Olaf Jenjahn
Langenhorn
Der Jensen-Gruppe wurde im August 2016 die Fortführung des Betriebs des Seniorenheims Röweland vom Bezirksamt untersagt, kurzfristig sprang die Cura für die notwendigen Pflegeleistungen für die Bewohner ein (das Wochenblatt berichtete). Allerdings warf der Übergang einige Fragen auf, denn die Jensen-Gruppe ist immer noch mit dem Heim verknüpft (das Wochenblatt berichtete). Nach rund drei Wochen hat sich die Cura, ein privater Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen mit Hauptsitz in Berlin, jetzt zu Wort gemeldet. Thomas Mohr, Vorstand und Geschäftsführer der Cura Seniorenwohn- und Pflegeheime Dienstleistungs GmbH und Maternuns Altenheim Verwaltungs GmbH, teilte per E-Mail mit: „Die Jensen-Gruppe ist der Vermieter der Immobilie, die die Cura von ihr für den Betrieb der Pflegeeinrichtung angemietet hat. Darüber hinaus befindet sich Cura zurzeit in fortgeschrittenen Gesprächen über die vollständige Anmietung der Immobilie. Eine weitere Zusammenarbeit ist aktuell nicht vorgesehen. In 2016 wurde der Pflegebetrieb vollständig von der Cura übernommen. Die Bewohner haben in diesem Zusammenhang neue Heimverträge von der Cura erhalten.“

SPD will Standort erhalten

„Für uns als SPD ist es wichtig, den Standort Röweland als Seniorenzentrum auch nach der Schließung im August 2016 zu erhalten“, sagt Alice Otto, Sprecherin für Soziales, Gesundheit und Integration bei der SPD. „Langenhorn benötigt eine solche Einrichtung, damit die Langenhornerinnen und Langenhorner in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können, wenn sie in eine Pflegeeinrichtung ziehen. Deshalb sind wir froh, dass mit der Cura-Unternehmensgruppe jemand gefunden wurde, der den Pflegebetrieb kurzfristig übernommen hat. Die pflegerische Situation vor Ort hat sich seit der Übernahme durch die Cura erheblich gebessert, eine Verflechtung zur Jensen-Gruppe ist hier aus meiner Sicht nicht gegeben. Insofern ist es aus unserer Sicht auch nicht verwerflich, dass die Cura die benachbarten Seniorenwohnungen ebenfalls übernehmen möchte.“

CDU kritisiert Bezirksamtsleiter

Den CDU-Bezirksabgeordneten Nizar Müller und Stefan Baumann geht das nicht weit genug. Sie möchten mögliche Verstrickungen aufklären: „Wir können nur feststellen, dass die spärliche Stellungnahme des Bezirksamtsleiters auf unsere Kleine Anfrage enttäuscht. Eine transparentere Stellungnahme des Bezirksamtes Hamburg-Nord wäre wünschenswert gewesen. Zumal das lukrativere Vermietungsgeschäft in festen Händen der Jensen Vermögensverwaltungsgesellschaft verblieben ist und dieses aktiv im Internet beworben wird. Warum dieser Sachverhalt erst durch unsere Initiativen bekannt werden ist unverständlich.“ Nun will die CDU das Thema in die kommende Bezirksversammlung bringen. Müller weiter: „Die CDU-Fraktion wird nun den Prozess der kompletten Übergabe des Seniorencentrums – mitsamt der betreuten Seniorenwohnungen – an die CURA durchleuchten und, wenn erforderlich, mit weiteren politischen Initiativen eingreifen.“

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