Spektakel in der Lukaskirche Fuhlsbüttel

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Auch wenn Georg Warnecke keinen schweren Umzugskarton mit auf die Waage bringt – so um die 12.000 Euro werden fällig, um den Pastor aufzuwiege Foto: Krause

Pastor Georg Warnecke lässt sich für den guten Zweck in Silbergeld aufwiegen

Von Franz-Josef Krause
Fuhlsbüttel
Es waren Persönlichkeiten wie Aga Khan III. oder Aristoteles Onassis, auf die zu Beginn des Wirtschaftswunders die Blicke gerichtet waren. Doch während Onassis seinen Reichtum so profanen Dingen wie der Tankschifffahrt verdankte, konnte sich der Aga Khan auf höhere Weihen berufen. Denn für seine Anhänger, die Ismailiten, war er so wertvoll, dass sie ihn zu besonderen Anlässen in Gold und Edelsteinen aufwogen. Von diesem Brauch hat sich Georg Warnecke (54), Pastor der St. Lukas Gemeinde in Fuhlsbüttel, inspirieren lassen. Der Gottesmann, seit zwei Jahren in Fuhlsbüttel tätig, bezeichnet sich selbst als „heart–core lutheran“ was wohl so viel heißen soll, dass er sich dem Reformator Martin Luther von ganzem Herzen verbunden fühlt. Der war, wie zeitgenössische Bilder eindrucksvoll dokumentieren, ausgesprochen stattlich. Wäre er mit Gold aufgewogen worden, hätte sich seine Ehefrau Katharina von Bora keine Sorgen um die Kosten des großen Haushaltes machen müssen. Auch in St. Lukas gibt es finanzielle Sorgen. Es geht um die Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil, die von einem Förderverein der Gemeinde getragen wird. Um hier zu unterstützen, will Warnecke es Aga Khan gleichtun und sich beim Basar, am 6. November ab 12 Uhr, aufwiegen lassen. Allerdings nicht mit Gold und Edelsteinen, sondern mit „Silbergeld“, also ein und zwei Euro-Münzen. Sollten die Fuhlsbüttler mitmachen, könnte sich der Verein über ein hübsches Sümmchen freuen. Denn der Pastor dürfte mindesten 90 Kilo auf die Waage bringen. Bei einem Gewicht von 7,5 Gramm je Ein-Euromünze sind 12.000 dieser Münzen in der Waagschale erforderlich, um den Pastor aufzuwiegen. Gleichzeitig bietet Georg Warnecke seiner Gemeinde eine Wette an. Gelingt es den Fuhlsbüttlern, sein Gewicht in Silbermünzen – auch alte DM-Stücke sind erlaubt – zu spenden, will er bis zum nächsten Basar fünf Kilo abnehmen. Wenn nicht, dann gewinnt der Pastor einen arbeitsfreien Sonntag. Einen zusätzlichen Anreiz gibt es noch: jeder Spender darf tippen, wie groß der Ertrag der Aktion sein wird – wer am dichtesten liegt, kann sich über einen Sonderpreis freuen. Warnecke hat auf facebook fast 5.000 Freunde. Das sind mehr, als er Gemeindemitglieder hat. Wenn die Freunde alle eine Münze spendieren, sollte es mit dem freien Sonntag für den Pastor nichts werden.
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